Wiarda wundert sich_28_Wacker Sliwka

Shownotes

BRAUCHT BADEN-WÜRTTEMBERG eine Neue Sekundarschule? Also eine neue Schulart, in der Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen zusammengeführt werden – neben dem Gymnasium als zweiter Säule? Klingt nach der nächsten Schulstrukturdebatte im Südwesten. Doch meine Gäste Anne Sliwka und Albrecht Wacker sagen: Hinter dem Vorschlag steckt mehr. Und genau das macht diese Folge von "Wiarda wundert sich" auch für Zuhörer außerhalb Baden-Württembergs spannend.

"Es geht ganz klar um eine Schulmodernisierungsdebatte", sagt Sliwka, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Heidelberg, international vergleichende Bildungsforscherin und Mitglied der aus Wissenschaft, Schulpraxis und Schulverwaltung bestehenden Arbeitsgruppe "Neue Sekundarschule", die das Konzept ausgearbeitet hat. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Frage, was gute Schulen und erfolgreiche Schulsysteme ausmacht – in Deutschland, aber auch im Vergleich mit Ländern wie Kanada, Estland oder Singapur. "Der Punkt ist nicht, wie wir die Schule nennen, sondern wie sie organisiert ist."

Wacker, Professor für Schulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und ebenfalls Mitglied der Konzept-AG, ergänzt: "Wir brauchen eine Qualitätsdebatte." Es gehe um die Erreichung von Standards, "aber es geht auch um die geeigneten Schulstrukturen, die dies ermöglichen". Genau hier wird es auch für den Rest der Bildungsrepublik interessant: Wie lange kann Bildungspolitik so tun, als ließen sich sinkende Leistungen, wachsende Heterogenität, Lehrkräftemangel und Bildungsungleichheit bearbeiten, ohne auch über die Strukturen und Rahmenbedingungen an den Schulen zu sprechen?

Was die Wissenschaftler vorschlagen: Anstelle der in Baden-Württemberg besonders kleinteiligen Schulstruktur solle es nach der vierjährigen Grundschule künftig zwei gleichwertige Schularten geben – das neunjährige Gymnasium und die Neue Sekundarschule. Also ein Zwei-Säulen-Modell, wie es so ähnlich schon in anderen Bundesländern existiert. Allerdings mit einem besonderen Qualitätsversprechen: verbindlicher Ganztag, multiprofessionelle Teams, professioneller Umgang mit Heterogenität, starke berufliche Orientierung und zugleich verlässliche Wege bis zum Abitur.

Der Zeitpunkt ist politisch brisant. Im März waren Landtagswahlen in Baden-Württemberg; die Arbeitsgruppe hatte sich schon deutlich vorher gegründet, die Koalitionsunterhändler kannten das Konzept. Doch im Koalitionsvertrag taucht die Neue Sekundarschule nicht auf. Vom Tisch sei das Thema deshalb nicht, beteuert Wacker. Die Werkrealschule verliere weiter an Bedeutung, die G9-Rückkehr verändere das System, und irgendwann werde die Strukturfrage neu aufbrechen.

In einer neuen Regionalstudie haben Wacker und Kollegen exemplarisch für die Landkreise Calw, Ludwigsburg, Reutlingen und Tübingen durchgerechnet, was das für Kommunen und Schulträger bedeuten würde: Aus 89 heutigen Standorten von Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen könnten etwa 65 Neue Sekundarschulen entstehen; weil viele Fusionen auf bestehenden Schulcampus möglich wären, würde die Zahl der tatsächlichen Standorte nur geringfügig zurückgehen. Eine Neue Sekundarschule könne Konkurrenz reduzieren und Ressourcen stärker auf Schul- und Unterrichtsqualität lenken, sagt Wacker.

Sliwka verweist auf internationale Beispiele, auf Schulsysteme, die Bildungsentscheidungen länger offenhalten und zugleich leistungsstark sind. Das Argument, stärkere Schüler würden in heterogeneren Lernumgebungen automatisch ausgebremst, hält sie für "unterkomplex". Entscheidend sei, wie Schulen pädagogisch, personell und organisatorisch aufgestellt seien. "Wir müssen darüber sprechen, wie Schulen im Jahr 2040 aussehen, damit Deutschland seinen Wohlstand halten kann, damit Deutschland seine Demokratie sichern kann." Und sie macht die Debatte noch grundsätzlicher: "Wenn wir das Versprechen der sozialen Mobilität aufgeben, dann geben wir auch den Glauben an die Demokratie auf."

Ein Podcast über eine baden-württembergische Reformidee, die zur gesamtdeutschen Bildungsfrage führt: ob unsere Schulen noch zur Zukunft passen, auf die sie junge Menschen vorbereiten sollen.

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Viada Wundertsich.

00:00:19: Ein Fragensteller, zwei Gäste ein aktuelles Thema der Fragenstelle das bin ich Jan Martin Viader Journalist für Bildung und Wissenschaft und meine Gästen sind heute zwei Bildungswissenschaftlerinnen aus Baden-Württemberg mit denen ich über eine Frage sprechen möchte die weit über Baden Württembergh hinaus reicht Wie lange kann ein Schulsystem an alten Strukturen festhalten, wenn sich Gesellschaft, Schülerinnenschaft und Bildungsanforderungen längst grundlegend verändert haben?

00:00:48: Konkret geht es um das Konzept der neuen Sekundarschule in Baden-Württemberg.

00:00:51: Also die Idee, die heutigen Haupt- und Werkrealschulen, Realschul- und Gemeinschaftsschulen einer neuen Schulart zusammenzuführen neben dem Gymnasium als zweiter Säule.

00:01:02: Das klingt zunächst nach einer Schulstrukturdebatte im Südwesten.

00:01:06: Tatsächlich steckt dahinter aber ein größeres Thema.

00:01:09: Wie organisieren wir Schulen so, dass sie mit Heterogenität besser umgehen kann?

00:01:13: Weniger soziale Sortierung betreibt, Ressourcenklüger nützt und zugleich für Eltern kommuner Lehrkräfte verlässlich bleibt.

00:01:21: Bei mir sind Albrecht Wacker und Annes Liefker.

00:01:23: Herzlich willkommen an Sie beide!

00:01:26: Guten

00:01:28: Morgen Herr Viager!

00:01:29: Herr Wacker, Sie sind Professor für Schulpädagogik an der pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und einer der zentralen Köpfe der Arbeitsgruppe Neuesekundarschule.

00:01:37: Sie haben nicht nur am Grundkonzept mitgearbeitet sondern auch in der neuen Regionalstudie die exemplarisch zeigt was die Einführung einer solchen Schulart für Kommunen- und Schulträger konkret bedeuten würde.

00:01:49: und Froslifka sie sind Professoren für Schulpedagogik An der Universität Heidelberg international vergleichende Bildungsforscherin und Mitglied des Wissenschaftlichen Bildungsrats Baden-Württemberg.

00:02:00: Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Frage, was gute Schulen und erfolgreiche Schulsysteme ausmacht in Deutschland aber eben auch im Vergleich mit Ländern wie Kanada, Estland oder Singapur.

00:02:11: Und auch sie gehören zur Autorin in Gruppe der neuen Sekundarschule.

00:02:15: Herr Wacker-Forsliffger bevor wir in die Details einsteigen wenn Sie über die neue Sekundarshule sprechen dann kommt bei mir sofort der Gedanke auf eine neue Schulstrukturdebatte.

00:02:28: Viele werden sagen, lasst uns doch nicht wieder neue Schulstruktur-Debatten führen.

00:02:57: Diagnostik über Adaptiven, Unterricht, über Passgenauförderung in Lernbändern.

00:03:03: Wir können digital gestützte Diagnoseverfahren einsetzen um Schülerinnen und Schüler wirklich fachspezifisch passgenau zu fördern.

00:03:10: wir wissen wie wir Schulen organisieren müssen damit es gelingt Und wir sehen diese Entwicklung international.

00:03:16: Also ich habe allein in den letzten zwei Jahren Schulen, in mehreren Ländern besuchen können die in den PISA Studien und in den Iglo-Studien deutlich über der Bundesrepublik Deutschland liegen und die arbeiten mittlerweile einfach ganz anders.

00:03:30: Diese Schulen, die arbeiten eben arbeitsteilig.

00:03:33: Die haben neue Zeitstrukturen eingeführt.

00:03:36: das gibt eben Team Strukturen da werden moderne Diagnostik Tools eingesetzt.

00:03:42: es geht immer darum Schülerinnen Schüler passgenau in ihrer Zone der nächsten Entwicklung zu fördern, sodass die wirklich Lernen und Erfolg haben können.

00:03:50: Und Bildungsstandards erreichen.

00:03:52: Die Mindeststandards müssen von allen Schülern und Schüleren erreicht werden.

00:03:55: Da führt überhaupt kein Weg dran vorbei.

00:03:58: Möglichst viele müssen die Regelstandards erreichen und wir brauchen so viele wie möglich, die die Optimaltstandards erreichen weil davon hängt die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft in Wissenschaft und in Wirtschaft ab.

00:04:10: Und um das zu erreichen, müssen wir Schulen völlig anders organisieren.

00:04:15: Das ist ganz

00:04:15: klar!

00:04:17: Also im Grunde auch die Debatte, die wir jetzt führen über die neue Sekundarschule als ein Vehikel, um Schule ganz neu zu organisieren.

00:04:25: Herr Wacker.

00:04:26: Wenn wir jetzt bei Baden-Württemberg anfangen – was ist aus Ihrer Sicht das Kernproblem der heutigen Schulstruktur im Land?

00:04:34: Wir brauchen, da schließe ich mich ganz Frau Slivka an eine Qualitätsdebatte.

00:04:38: Es geht um die Erreichung von Standards wie Frau Slavka es sagt aber es geht auch um die geeigneten Schulstrukturen, die dies ermöglichen.

00:04:46: und das ist kein Problem in Bad Württemberg so bin ich fest davon überzeugt ist dass wir zu viele Arten in der Sekundarstufe haben mit dem Gymnasium, Realschulen, Gemeinschaftsschulen noch Haupt- und Werkrealschulen also viermal.

00:05:01: Wir kommen auch noch berufliche Gymnasien, die in der Sekundarstufe anfangen hinzu.

00:05:05: Es ist eine sehr, sehr unübersichtliche Landschaft und das Kernproblem ist dass diese Schulen viel verteilt sind.

00:05:13: also wir haben die kleingliedrigste Schulstruktur obwohl wir mit der Einwohnerzahl der Länder an dritter Stelle stehen haben ja die allermeisten Einzelschulen im Baden-Württemberg.

00:05:23: und ein Problem des aus dieser kleingliederigen Schulstrukturen dann resultiert ist eigentlich Kämpfe haben um Ressourcen, um Schülerinnen und Schülern.

00:05:33: Jede Schule versucht vor allem bei den Schulanmeldungen im März die besten Schüler zu attrahieren.

00:05:39: Es ist ein Konkurrenzkampf vom Schüler und gleichsam auf der Rückseite ist es auch ein Konkurenzkampf um Rassourcen.

00:05:46: Die Schulreise müssen diese Einzelschulen unterstützen mit Fachräumen, mit Gebäuden Und das ist ein Kernproblem.

00:05:54: Das ist der Qualitätsdebatte, die Anis Liefka jetzt die Diskussion eingebracht hat, meines Erachtens entgegensteht.

00:06:03: Der Kerngedanke ist eben wir haben eine vierjährige Grundschule danach zwei gleichwertige Schularten auf der einen Seite das Gymnasium und auf der anderen Seite neue Sekundarschule.

00:06:12: aber mal ganz konkret was würde denn außer dass vielleicht die Verwirrung geringer wäre?

00:06:17: Was würde die Neusekundarschuhe anders machen als sie bisherigen Hauptwerkrealschulen Realschulengemeinschaftsschulen?

00:06:26: Herr Wacker

00:06:28: Zunächst einmal würde sie die Konkurrenz, die ich geschildert habe aus unserer Sicht aus dem System reduzieren.

00:06:35: Das ist ein Kern.

00:06:37: dann um Qualitätsentwicklungen anzuschließen und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schülern in den Blick nehmen zu können.

00:06:45: Derzeit arbeiten die Schulen teilweise doch auch ein wenig gegeneinander.

00:06:49: Wir hätten dann zunächst größere Schulen, die wir in Qualitätskonzepte einbinden können.

00:06:55: Diese Schulen hätten dann die Aufgabe oder mit der Heterogenität, der Schülerschaft die sich in den letzten Jahren sehr verändert hat konstruktiv umzugehen vielleicht Qualitätsentwicklungskonzepte auch daran ansetzen zu können und das ist die Verbesserung wie unseres Erachtens in diesem Konzept so mit eingedacht ist.

00:07:15: Wir geben hier nicht vor wie der Ungarnmitheterogen Heterogenität erfolgen soll.

00:07:21: Die Schulen haben ganz unterschiedliche Konzepte, unsere Realschulen sind sehr stark auf der fachlichen Ebene.

00:07:26: die Gemeinschaftsschulen versuchen die Heterogänität in anderen Konzepten anzugehen und sind auch hier drin sehr erfolgreich.

00:07:33: Wir glauben dass diese neue Sekundarschule aus den bisherigen sehr guten Ansätzen der Schularten das Beste auch mit herausnimmt und dann eine Säule neben dem Gymnasium darstellt, die gleichwertig und nicht in einer hierarchischen Abhängigkeit zum Gymnasiums steht.

00:07:51: Weil bisher ist ein weiteres Kernproblem, dass die Schulabend neben dem gymnasium auch vom Gymnasuum und seinen Anforderungen definiert werden – und das halbe ich für falsch!

00:08:01: Kurz nachgefragt, wenn man ihn jetzt oberflächlich zuhört könnte man sagen ach sie wollen im Grunde die Schulen lassen wie Sie sind nur neuen Namen draufkleben das die alle den gleichen Namen haben aber ansonsten sollen sie all ihre Profile behalten.

00:08:13: Das heißt im Grund eine Werkrealschule bleibt ne Werkrealschulle, ne Gemeinschaftschule bleibt eine Gemeinschaftschule.

00:08:19: Die haben dann nur einen gemeinsamen Namen und ist nicht mehr so unübersichtlich.

00:08:22: Könnte man ober flächlich sich so verstehen Herr Wacker?

00:08:26: Nein, so ist es nicht.

00:08:27: Es sind die Ideen, die man herausnehmen darf.

00:08:29: Es ist eine andere Schulart, die vor allem und das hat Franz Liefka auch herausgestellt noch mal den individuellen Entwicklungsverläufe wie wir sie international sehen der Schülerinnen und Schüler mehr in den Blick nehmen

00:08:39: kann.

00:08:40: Wir denken hier aber auch dieser neuen Schulart zum Beispiel eine andere Berufsorientierung, die sehr wichtig ist bei uns im Baden-Württemberg.

00:08:48: Wissen Sie?

00:08:49: Ist der Mittelstand ein wesentliches Ein wirtschaftliches Moment, der hat auch die allermeisten Ausbildungsplätze.

00:08:56: Wir denken hier in anderen Konzepten auch in dieser neuen Schularten den Übergang von Schule und Beruf.

00:09:01: Wir nennen es eine strukturierte Berufsvorbereitung.

00:09:03: Wir danken hier auch weiterhin an einen Transitionierer also ein Jahr, das man vielleicht, wie es in anderen Ländern auch bekannt ist, an die Zehntelklassenstufe anschließen kann um vielleicht ins Ausland zu gehen, um vielleicht praktikal in verschiedenen Betrieben auch im Mittelstand zu machen um soziale Jahre zu absolvieren oder in der Schule vielleicht Dinge nachzuholen und Kompetenzen zu erwerben, die man bisher noch nicht erwärmen konnte.

00:09:27: Also insgesamt ist es eine neue Schulart, die einen anderen pädagogischen Denken des auch internationalen Forschungs befunden wie sie an das Liefgargeschildert hat verpflichtet ist.

00:09:37: Vos Liefga Befürworter gegliederte Schulsysteme sagen unterschiedliche Kinder brauchen unterschiedliche Lernumgebungen.

00:09:45: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler dürfen auch nicht ausgebremst werden.

00:09:50: Wenn Sie auf die internationale Forschung und auf die Beispiele schauen, trägt dieses Argument?

00:09:58: Das Argument ist unterkomplex aus meiner Sicht.

00:10:00: Und das können wir sehen bei den Entwicklungen, die wir in sehr leistungsstarken Schulsystemen beobachten können weltweit.

00:10:08: Die haben sozusagen diese Situation umgedreht.

00:10:16: Überkomplexität des Systems, so wie wir die in Deutschland haben also mit diesen sehr vielen verschiedenen Schularten.

00:10:22: Die haben sie sozusagen aufgelöst und hohe Komplexität der inneren Schulorganisation geschaffen.

00:10:30: Denn die Situation ist so, dass die Lebenslagen der Kinder sehr viel komplexer sind als wir über ein ständig staatlich historisch entwickeltes Schulsystem abbilden können.

00:10:43: Nehmen wir zum Beispiel eine Schülerinnen aus der Ukraine geflüchtet ohne Deutschkenntnisse, die aber mathematisch hoch begraben ist?

00:10:54: Wo landet dieser Schüler?

00:10:56: in unserem Schulsystem.

00:10:59: Wir haben da eine Testung, in der Grundschule in Klasse vier diesen Kompass IV-Test spielt Deutsch eine sehr große Rolle.

00:11:08: Der Schüler die Schülerin wird in KompASSIV nicht gut abschneiden können ohne Deutschkenntnisse hat aber eine mathematische Hochbegabung, die im Endeffekt natürlich irgendwann in einem Leistungskurs Mathematik am besten gefördert werden kann.

00:11:22: Und so differenziert sind Bildungsbiografien heute.

00:11:26: Es ist nicht so, dass wir Kinder noch in ganz sauber diagnostisch in drei Schularten einteilen können.

00:11:32: Das sehen wir auch an den Studien.

00:11:34: Es sind sehr viel komplexere Päckchen die die Kinder tragen Stichwort Autismus Spektrum LRS und so weiter.

00:11:46: Wir brauchen dann eine hohe Bindekomplexität von Schule.

00:11:49: An den Einzelschulen müssen Expertisen vorhanden sein bei den Lehrkräften für diese verschiedenen Förderprofile und diese Expertisen kann ich nicht abbilden, wenn die Schule zu klein ist.

00:12:02: Und ich habe auch nicht die Möglichkeit über Lernbänder das heißt über das zeitgleiche Legen von Fächern auf Bänder Bearbeitung dieser Heterogenität.

00:12:18: diese Situation zu bewältigen, wenn ich nur eine Lehrerin habe pro Stufe.

00:12:24: Die letztlich mit allen Kindern arbeiten muss die da sind?

00:12:27: Ich kann auch nicht die sonderpädagogische Unterstützung in der Schule ansiedeln, die erforderlich wäre.

00:12:34: Die Sonderpädagoginnen aus den SBBZ also aus dem Sonder pädagogischen Bildungs- und Beratungszentren können dann immer nur kurze Zeit an den Einzelschulen vorbeifahren.

00:12:44: ein zwei Stunden in der Woche ein bisschen beraten müssen sie schon wieder zur nächsten Schule weiterfahren.

00:12:50: Vieles, was wir international sehen ist einfach nicht möglich an diesen Schulen in der Form der Organisation geschweige denn die häufig eintretende Situation.

00:13:00: Die Lehrerin wird schwanger und dann fällt erst mal wochenlang der Deutschunterricht aus und man hat an dieser Schule gar kein Backup-Personal.

00:13:09: Ich würde gerne nochmal einmal kurz nachfragen Frau Slivka wenn Sie auf internationale Beispiele schauen.

00:13:16: Nehmen wir Kanada als Beispiel.

00:13:18: Dort haben wir ja auch nicht drei Oberschularten oder so, sondern wir haben im Grunde die.

00:13:24: nach der Elementary School kommt dann die Mittelschool, dann kommt die Highschool und das ist sozusagen der Weg den alle gehen.

00:13:32: gleichwohl würde ich sagen auch wenn alle Highschools heißen unterscheiden sie sich ja von Region zu Region durchaus kräftig, oder?

00:13:41: Also es ist ja nicht so dass jeder High School in Kanada das selbe Konzept verfolgt und auch vielleicht dieselbe Leistungsstärke hat.

00:13:50: Ist es nicht am Ende doch ganz ähnlich wie an Deutschschulen?

00:13:54: Dass es sehr stark auf das Umfeld ankommt?

00:13:58: Natürlich spielt das soziökonomische Umfeld eine große Rolle weltweit.

00:14:02: Überall ist es so, dass der sozioeconomischen Hintergrund der Eltern einen hohen prädiktiven Wert hat für das Bildungs-Outcome.

00:14:12: Es gibt aber Länder auf der Welt die diesen Zusammenhang zwischen soziökonomischer Herkunft und dem Schulerfolg reduzieren konnten.

00:14:21: Und da sind natürlich die Systeme, die uns interessieren.

00:14:24: Das geht gar nicht auf Kosten der leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler aus privilegierten Familien, die werden ja auch besser gefördert in diesem Schulsystem.

00:14:34: Das sehen wir ja auch an den Daten.

00:14:37: man muss nur mal Singapore anschauen.

00:14:39: dort erreichen über vierzig Prozent der Schülern und Schüler die Optimalstandards in Mathematik zum Beispiel.

00:14:46: Das heißt, das ist eben kein Neusungsspiel.

00:14:50: Sondern in einem Intelligent gestalteten Schulsystem gewinnen alle.

00:14:56: Das heißt auch die Leistungsstärksten privilegiertesten Schülerinnen und Schüler werden dort noch besser als bei uns.

00:15:02: also wenn wir die Daten vergleichen dann ist ja die Leistungsspitze an den Gymnasien gar nicht so groß schockierenderweise, wenn man sich das mal genau anschaut.

00:15:12: Sondern die Gymnasien wie sie sich darstellen in Deutschland sind im Grunde Gesamtschulen der Mittel- und oberen Mittelschicht.

00:15:20: also ich glaube so kann man sie bezeichnen.

00:15:25: Es geht darum, für jedes Kind sehr früh Diagnose basiert immer ein passgenaues Bildungsangebot zu machen.

00:15:33: In Bereich der Basiskompetenzen das wären vor allem Deutsch und Mathematik geht es um eine ganz konsequente Förderung und auch einen fordern in der Zone der nächsten Entwicklung.

00:15:44: dazu ist ein hohes Maß an innere Differenzierung an den Schulen erforderlich.

00:15:50: Das macht man auch über flexibles Gruppieren in Lernbändern.

00:15:54: Das ist die Vorläuferstruktur zum Kurssystem, also in der Oberstufe und ab der späten Mittelstupe spricht man von einem Kurs-System aber in der Unterstufte und in der unteren Mittelstufe macht man das eher über flexibles Gruppien in Lernbändern Diagnose basiert.

00:16:11: Das machen Schulsysteme wie Singapur und Kanada vorbildlich.

00:16:19: mehr Kinder über den Mindeststandard kommen als bei uns, mehr Kinder und Jugendliche den Regelstandard erreichen.

00:16:27: Und eben auch mehr Kinder- und Jugendlicher als bei unseren Optimalstandards erreichen durch die Adaptivität in der Binnendeferenzierung von Schule.

00:16:37: Das ist das was mich wirklich stört an der deutschen Diskussion.

00:16:42: Hier wird ja Gesamtschule häufig noch so als Kampfbegriff verwendet oder Gemeinschaftsschule.

00:16:47: Das ist aber gar nicht der Punkt, der Punkt ist nicht wie wir das Ding nennen, wie wir die Schule nennen sondern wie sie organisiert ist.

00:16:55: an einer kanadischen Gesamtschule wird ab der zehnten Klasse Mathematik auf fünf Niveausstufen angeboten.

00:17:05: Das reicht vom ganz einfacher Mathematick, um eine Ausbildung machen zu können bis hin zur AP-Mathematik.

00:17:12: das ist dann Uni Eingangsniveau also dass es eigentlich nochmal sogar ein Tick höher als der Mathe Leistungskurs und wird auch von den Universitäten Credit Point anerkannt.

00:17:25: So differenziert arbeiten diese Schulen, das heißt solche Kampfbegriffe zu verwenden wie die Gesamtschule als Einheitsschule davon halte ich nichts.

00:17:35: wir sind längst viel weiter wir müssen.

00:17:37: ich war jetzt in China.

00:17:38: Ich habe Schulen im Peking gesehen staatliche Schulen in Peking hoch modern Hoch moderner Weiflichtunterricht mit unglaublich tollen Bildungsangebote Computer-Aided Design Robotik Innovations orientierte Technologie, also da wird in den Schulen die Zukunft erfunden.

00:17:56: Wirklich die Zukunft erfunden.

00:17:59: In Kanada wird unter einem Dach in einer und derselben Gesamtschule auf höchstem Niveau so etwas wie Kochen angeboten.

00:18:08: Auf so einem Niveaux kann man sich hier kaum vorstellen und gleichzeitig Robotik für die nationale Robotik Olympiade in Kanada vorbereitet.

00:18:17: Und das alles in einem Gebäude ist dort eben vorstellbar und wir stecken noch in alten Denkmustern.

00:18:26: Ganz viele Anknüpfungspunkte, wir werden auch gleich nochmal ein bisschen zur Politik kommen.

00:18:32: und warum denn vielleicht auch bestimmte Kampfbegriffe noch da sind?

00:18:35: Sie haben den Begriff gebraucht aber ich würde gerne Herr Wacker zunächst einmal zurückkommen auf die konkrete Situation, auf das was sie vorhaben.

00:18:46: Sie haben eine Regionalsstudie gemacht Vier Landkreise, KF Ludwigsburg-Reutlingen und Tübingen.

00:18:53: Um was genau dabei rauszufinden Herr Wacker?

00:18:56: Wir haben gedanklich einmal durchgespielt, was die Einführung einer neuen Sekundarschule für die Schulträger bedeuten würde.

00:19:05: Das ist insofern wichtig als die Schulträger ja die Gebäude und die Ausstattung auch bezahlen.

00:19:09: wir haben gesehen dass wir ganz vielen Standbrocken Eigentlich manchmal direkt nebeneinander Schulen haben, sie liegen direkt neben einander oder sind sogar im gleichen Gebäude.

00:19:19: Wir haben aber unterschiedliche Schulleitungen verteilen, aber teilweise auch die gleichen Abschlüsse.

00:19:24: das ist für den Schulterregel mit Kosten verbunden und bei Alten-Württemberg ist ein Land.

00:19:29: wir haben verdichtete Räume, wir haben aber auch ländliche Räime wie es für einen Flächenland So charakteristisch ist und das haben wir versucht in unserer Regionalstudie so ein bisschen auszubreiten.

00:19:39: Wir haben dann unser gedannten Experiment auf den ländlichen Rahmen, auf den städtischen Rahmen, die Verdichtungsräume oder auch auf die Entwicklungsachsen, die so Landeshartsstaatstuttgart-Führen versuchten bis hin in den Blick zu nehmen.

00:19:51: und da erstaunliches auch festgestellt hat vielen unserer Schulen könnten wir die quasi so zusammenlegen und genau dieses Gefäß zu erreichen, das jetzt auch aus Livka international geschildert hat.

00:20:04: Diese Pädagogik auch ansetzen können um den Einzelnen zu fördern und es ist manchmal noch ein bisschen in den kleinen Strukturen zu wenig.

00:20:12: Manchmal wird unser Land ja mit diesen Säulen, die wir haben in der Sekundarschule so dargestellt.

00:20:17: Das Gymnasium ist eine Säule, über das wir schon gesprochen haben und die anderen Schularten auch.

00:20:21: Aber sie sind ungleich!

00:20:22: Und es muss man sehr deutlich auch sagen... Die Haupt- und Werkrealschulen habe nur noch einen sehr verschwindenden Anteil von Schülerinnen und Schülern.

00:20:30: Auch der Abschluss fällt jetzt.

00:20:31: So hat's die letzte Landesregierung und da sind wir dann schon bei der Politik entschieden Und von dem her werden wir bald vielleicht auch wieder eine Schulstrukturdebatte dann noch einmal bekommen.

00:20:41: Die Begriffe, das darf ich auch sagen sind ein bisschen verbrannt aber ich will hier auch einflächen.

00:20:45: wir brauchen diese Strukturedebatte dringend.

00:20:48: Aber darf ich das noch sagen?

00:20:50: Wir haben praktisch so Übertritte von etwa vierzig Prozent aufs Gymnasium und wir haben auch Übertritte auf die Realschule.

00:20:56: Das ist die heterogenzende Schulart überhaupt weil sie sowohl viele gymnasial empfohlenen Kinder aufweist als auch Werk und Haupt- und Werkrealschul empfohlenen Kindern.

00:21:08: Und daneben stehen Gemeinschaftsschulen, die zu sechzig Prozent etwa im Land Hauptschul empfolende Kinder haben und das ist ein bisschen schwierig.

00:21:16: also die Säulen sind ungewuchtet und ein Problem ist halt dann dass sehr viele Schüler im Laufe der siebten, achten neunten Klasse vom Gymnasium zurückkommen auf die anderen Schulart sich dort die Klassen ändern.

00:21:30: Wir sehen jetzt praktisch auch mit der Regionalstudie, dass wir den in Gegend treten könnten wenn man das so verwirklicht.

00:21:38: Konkret haben Sie festgestellt, es sind neun-achtzig Standorten von Werkrealschulen, Realschutz und Gemeinschaftsschulen die könnten aufgehen im Sechzigneun Sekundarschulen aber gleichzeitig nicht indem wir sagen, dass die Standorte weniger werden würden, viel weniger werden würde.

00:21:58: Sondern es würde einfach eine andere Strukturierung entstehen die beinhaltet ich sage mal zehn paar Sachen auf ne neue Sekundarschule sollte mindestens dreizügig sein einen verbindlichen Ganztag haben und auch ein definierten Zugang zu gymnasialen Oberstufe.

00:22:17: Ist das in den von Ihnen untersuchten Kommunen und für die Schulträger darstellbar?

00:22:24: Das ist ja auch durchaus ein Mehrkostenaufwand, mehr Ressourcenaufwand der da entstehen wird.

00:22:29: Auch entstehen muss wenn man nicht einfach nur sagt wir kleben irgendwie was Neues drauf auf die Einrichtung.

00:22:35: Was würde das denn kosten?

00:22:36: Was würde es denn bedeuten für die Landkreise, für die Kommunen, für

00:22:43: Das gehe ich nochmal zurück.

00:22:46: Also wir brauchen diesen gymnasialen Zugang, dass die Säulen gleich gewichtet sind das ist für uns ein sehr wichtiger Punkt.

00:22:52: auch ein verbindlicher Ganztag ist sehr wichtig und pädagogisch da ansetzen zu können.

00:22:56: was wir vorher auch besprochen haben Und wir international gibt es sehr wenige Zahlen in der Forschung zur einer optimalen Schulgröße Die hinten natürlich dann ab von Stadt- und Landregionen und von der Verfügbarkeit eines Standorts.

00:23:11: Wir haben so eine Zahl von etwa achthundert Schülerinnen und Schülern, wo die Kosten für die Schulträger viel bezahlen und den Gebäuden und Räumen an Hausmeistern und Sekretärinnen usw.

00:23:22: in einem Verhältnis zu den Leistungen stehen.

00:23:25: Vor dem Hintergrund aber der kleinklidrigen Schulstruktur in Baden würden wir davon abbrechen und sagen, vielleicht ist eine Dreizügigkeit ein Anfang hierzu.

00:23:34: Drei Zügig bedeutet drei Eingangsklassen sind so etwa vierhundertfünfzig Schülerinnen und Schülern für eine Schulart.

00:23:40: Das sind dann immer noch sehr kleine Schulen Und wir stellen fest dass eigentlich das bedeuten würde für die Schulträger Dass man hier vielleicht Ressourcen auch einsparen kann Träger vielleicht also die Kommunen und Städte eine größere Planungssicherheit in ihren Investitionen vor dem Hintergrund der sehr knappen kommunalen Haushalte hätten gegenüber jetzt, wo sehr viele Schulgebäude dann zu bezahlen sind.

00:24:08: Wir finden viel ein kleines Nummerausagen im Städtetag auch in Baden-Württemberg, wo auch benannt wird dass die Städte an den einzelnen Schularten um ihren Unterhalt scheitern.

00:24:19: So wird es uns auch gesagt, wir finden weniger Anklang beim Gemeindetag da natürlich auch in kleinen Kommunen diese Einzelschulen als Infrastruktur merkmal halten will und da gibt's Unterschiede zwischen dem städtischen Raum und dem ländlichen Raum auch in der Unterstützung einer solchen Reform.

00:24:39: aber im Prinzip kommt auf die Kommunen Ausgaben zu hinsichtlich des verbindlichen Ganztags, das muss man ganz klar sagen.

00:24:47: Aber sind gleichzeitig in größere Planungssicherheit und auch die Einsparungen von Ressourcen zum Beispiel bei der Ausweisung von Fachräumen und Benunterhalt von Fachäumen?

00:24:56: Das mit dem verbindliche Ganztag ist natürlich auch insofern interessant weil wir da ja über die Frage der neuen Sekundarschule hinausgehen und fragen welche Bedeutung sollte Ganztage insgesamt haben und wie sollte er stattfinden?

00:25:09: Frau Slivka, insgesamt klingt dieses Konzept schon sehr anspruchsvoll.

00:25:13: Individuelle Entwicklungsverläufe, Inklusion, multiprofessionelle Teams berufliche Orientierung Qualitätssicherung ganztag verbindlicher Ganztag.

00:25:23: Da frage ich mich doch an vielen Stellen reden wir eigentlich von einer Strukturfrage.

00:25:28: oder reden wir da davon dass gute Schule Ressourcen braucht und das Guteschule Profesionalität braucht und dass es gar keine Rolle spielt, wie wir sie nennen.

00:25:41: Sondern das wo wir gerade sprechen einfach eine Schifre ist für ne Schule, wie we sie in der heutigen Zeit brauchen, Frosliefgar wieder gerne mit dem internationalen vergleichenden Perspektive.

00:25:54: geht's eigentlich um Ressourcen, gehts um Stellung von Schule in Gesellschaft?

00:25:58: Geht um die Zukunft aus meiner Sicht.

00:26:01: Die Zukunft einer Gesellschaft erfindet sich.

00:26:04: Überbildung, das ist so eine These, die ich mittlerweile mir angeeignet habe.

00:26:09: Ich hab unheimlich viel in Singapur gelernt durch die Gespräche, die dort geführt haben.

00:26:14: Ich war dreimal dort insgesamt beim letzten Mal auch ein bisschen länger.

00:26:18: Singapurt hat sich ja über Bildung erfunden kann man sagen.

00:26:21: Das war vor fünfzig Jahren ein relativ armes Land genauso wie auch Reha zum Beispiel Südkorea, das war ein arme Länder.

00:26:30: Singapur ist immer über dreißig Grad heißen, eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit hat sehr schwierige Lebensbedingungen.

00:26:38: Ist heute eines der reichsten Länder auf der Welt?

00:26:40: Es sind Hightech-Land, es ist ein Hochwirtschaftsland, hat enorme Spitzengruppen in allen Studien und in Singapore haben mir die Kolleginnen und Kollegen gesagt wir haben in jeder Krise in den letzten fünfzig Jahren immer in Bildung investiert.

00:26:54: Wir haben immer in unsere Menschen investiert Und das war retrospectiv gesehen immer die richtige Entscheidung, denn wir sind immer reicher geworden.

00:27:01: Wir sind immer wohlhabender geworden und mit dem Wohlstand konnten wir uns immer mehr leisten an Infrastruktur.

00:27:07: Das heißt es ist ein positiver Kreislauf der entsteht wenn Gesellschaften in Bildung investieren.

00:27:16: Bildung zahlt sich aus.

00:27:17: Lothar Westmann sagt ja sogar seventy fünf Prozent des Wohlstands einer Gesellschaft hängen vom Bildungsniveau der Gesellschaft ab.

00:27:26: riesiger Anteil.

00:27:28: Es geht hier um einen Zukunftskurs, um einen ambitionierten Zukunftskurse, den wir führen müssen.

00:27:33: Mich interessiert dieser Zukunftskurt viel mehr als die Schulstrukturdebatte.

00:27:37: Die Schulstrukturedebatte ist eine Debatte von gestern und vorgestern.

00:27:41: Wir müssen dahinter uns lassen!

00:27:42: Wir müssen darüber sprechen wie sehen Schulen im Jahr zwanzig vierzig aus damit Deutschland seinen Wohlstand halten kann?

00:27:49: Damit Deutschland seine Demokratie sichern kann und damit Deutschland das Land in Europa ist dass auch Europa stabilisiert.

00:27:56: denn wenn die großen Länder in Europa kippen, kippt ganz Europa.

00:28:00: In der aktuellen geostrategischen Lage haben wir eine sehr prekäre Situation und es ist kippelig.

00:28:07: Die Wirtschaft ist kipfelig, die Demokratie ist kibbelig.

00:28:10: ja das heißt Überbildung können wir die Zukunft dieses Landes und dieses Kontinents stabilisieren.

00:28:16: da bin ich mittlerweile ganz klar in meiner Haltung.

00:28:19: Und deswegen müssen wir diesen Zukunftsdiskurs führen und nicht die Frage nach vorgestern oder nach gestern raus aus diesen alten Debatten rein in die Frage, wie muss Schule empirisch... Nach empirischer Evidenz und nach internationalen Studien, wie muss Schule im Jahr zwanzigvierzig in dieser Gesellschaft mit diesen verschiedenen Umbrüchen im Migrationskontext?

00:28:41: Mit KI, mit Digitalisierung.

00:28:43: Wie muss so eine Schule aussehen auch vor dem Hintergrund der Zahlen die uns zeigen dass es Kindern und Jugendlichen schon seit zwei tausend zehn nicht besonders gut geht?

00:28:53: Auch diese Frage nach dem Wohlbefinden von Kinder und Jugendliche muss diskutiert werden.

00:28:58: Wie muss Schule sein und welche Gelegenheit haben wir in der Debatte zu führen, die nicht diese alten Kampfbegriffe über Struktur aufmacht sondern die nach vorne blickt.

00:29:12: Und Herr Wacker das jetzt ihr Konzept der neuen Sekundarschule gerade jetzt ausgearbeitet worden ist?

00:29:20: Ist natürlich auch kein Zufall gewesen, sondern es gab ja eine Landtagswahl im Baden-Württemberg.

00:29:25: Es gab auch die Hoffnung, die Erwartung sicherlich bei Ihnen in der Arbeitsgruppe dass Sie daran Beitrag leisten können wenn es darum geht wie entwickelt sich Baden-Württemberg bildungspolitisch in den nächsten Jahren.

00:29:38: Wie ist hier Eindruck?

00:29:40: Wie offen ist die neue Landesregierung?

00:29:44: Wenn man im Koalitionsvertrag guckt taucht das Stichwort Neue Sekundarschule zumindest nicht auf.

00:29:52: Also wir haben uns schon weit vor der Landtagswahl gegründet.

00:29:55: Eigentlich war so ein Initial zum Punkt, dass Baden-Württemberg wieder zum G-IX zurückgekehrt ist und der Bürgerrat damals auch empfohlen hat die anderen Schularten mit zu bedenken.

00:30:05: was nicht passiert ist in das neue Gymnasium und werden achttausend sechshundert Stellen mit Einfließen diesen Gelder wie vielleicht auch an den anderen Schularten vor dem Hintergrund von Problemen Inklusion Beschulung bei Migration Beschulungen bei Flucht Hintergründen usw.

00:30:22: tatsächlich fehlen.

00:30:24: Die Landtagswahl ist ja jetzt gekommen, wir haben natürlich auch versucht unser Konzept in den Vordergrund zu stellen.

00:30:29: der Koalitionsvertrag sieht ganz eindeutig keine Strukturdebatte vor.

00:30:34: da hat man auch Angst davor.

00:30:36: gleichsam wendet er sich die Qualität und sagt wir brauchen eine Qualitätsdebatten an den Schulen.

00:30:43: damit ist das Thema mal zunächst vom Tisch.

00:30:46: aber ich glaube nicht in allem sondern Wir können jetzt vielleicht auch die Strukturen finden in dieser Legislatur um später nochmal tätig zu werden.

00:30:55: Wir haben unterschiedliche Ressourcen, wie diese Schulen bekommen.

00:30:59: Das ist nicht ganz deutlich auch warum.

00:31:01: Unterschiedliche Beiträge für die Schülerinnen und Schüler und Sachkostenbeiträge, die sich über Jahre summieren können.

00:31:07: Ich glaube jetzt ist ein Zeitpunkt wo man beginnen kann die Schule gleich zu finanzieren.

00:31:11: war der Ganztag dann im gleichen wenn der Soßen ausgestattet wird, um später vielleicht solche Angleichungen auch vorzunehmen.

00:31:21: Und also in dem Punkt ist vielleicht noch mal wichtig ist wir haben ja noch diese Werkrealschulen die wir erwähnt haben, da Werkrealschulen Abschluss ist abgeschafft.

00:31:28: das heißt alle Haupt- und WerkrealSchulen, die wir noch haben oft sehr kleine Schulen.

00:31:32: sie haben kaum sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler insgesamt.

00:31:36: Wir sind mit einer Grundschule verbunden, die werden also aufhören zu existieren und als Verbundsschulen weitergeführt.

00:31:42: Und ich glaube dann ist in einigen Jahren der Zeitpunkt da nochmal neu über die Strukturen nachzudenken.

00:31:47: Ich halte das für sehr wichtig.

00:31:49: eine Strukturfrage.

00:31:50: So denke ich müssen wir lösen um gerade an diese Zukunftskonzepte wie Sie Anis Lefkar beschreibt, mit Füns zu können.

00:31:57: In diesen kleinkletrischen Schulstrukturen auch in einer Bildungspolitik, die halt sehr regional ist Wir wissen, das im Föderalismus ist es kaum möglich, um über diese Dinge nachzudenken.

00:32:08: Das ist dann nur der Grund für einen Akronism.

00:32:12: Frau Slivka sind Sie ein bisschen enttäuscht wenn sie auf die neue Landesregierung schauen was du die bildungspolitischen Ambitionen angeht?

00:32:21: Ach ich muss sagen dass sich die Ambition in dem Vorschulbereich durchaus sehr gut finde.

00:32:26: wir haben das Jahr jahrelang propagiert dass wir ein seriöses Bildungsangebot, ich meine wirklich Bildungs- und Nichtbetreuungsangebote schon vor dem Alter von sechs Jahren benötigen.

00:32:38: Das ist ja auch ein Weg der international in fast allen ambitionierten Bildungssystemen schon gegangen wurde.

00:32:44: also die Schweiz hat das gemacht, Großbritannien hat es gemacht, Kanada Kindergartenjahr, das Vorschuljahr kostenfrei gestellt in Ontario sogar zwei Jahre mit Bildungsplan und Diagnostik.

00:32:56: Da wird eben nicht nur Sprache gefördert sondern auch die mathematischen Vorläuferfähigkeiten, auch die Selbstregulationskompetenz wird systematisch gefördert und aufgebaut mit verbindlichen Bildungsplänen.

00:33:07: Da finde ich die Ziele der Landesregierung ganz hervorragend.

00:33:10: Ich bin sehr gespannt.

00:33:12: wir beteiligen uns da gerne dran das weiter zu entwickeln und mitzuentwickeln als die meisten anderen Bundesländer.

00:33:20: Baden-Württemberg steht auch sehr gut da im Bereich der datengestützten Schulentwicklung, seit twoytausend neunzehn gibt es ein eigenes Institut das IBBW.

00:33:28: Das ist das erste Flächenbundesland in Deutschland dass ein solches Dateninstitut aufgebaut hat und das IBW macht ganz hervorragende Arbeit.

00:33:37: also insofern bin ich dann nicht so pessimistisch.

00:33:39: was mir noch fehlt ist lediglich einen wirklich ambitionierter Zukunftsdiskurs indem alle Gesellschaft Gruppen eingeladen sind, sich zu beteiligen über Präsenz- und Onlineformate.

00:33:53: Zu der Frage Schule-Zwanzigvierzig in Baden-Württemberg wie sieht Schule und Schulsystem im Jahr zwanzig vierzig aus wirklich?

00:34:01: weit in die Zukunft gedacht.

00:34:03: Das kann man sich in Asien abschauen, wie gesagt ich war in China und in Singapur.

00:34:07: Die haben gar keine Angst davor über die Zukunft nachzudenken.

00:34:10: Die denken ständig über die zukunft nach diese Systeme.

00:34:14: Sie denken mehr über die zukunft als über die vergangenheit nach.

00:34:17: das gefällt mir.

00:34:18: Ich denke dass brauchen wir in europa auch.

00:34:21: Wir befinden uns in einer transformationszeit in vielerlei Hinsicht, nicht nur geopolitisch sondern eben auch durch die künstliche Intelligenz.

00:34:31: Wir müssen die Zukunft neu erfinden und diesen Weg der muss über die Frage laufen wie müssen Kitas-Schulen und Hochschulen im Jahr?

00:34:47: Kurze Nachfrage oder eine These von mir, Frau Slivka.

00:34:50: Sie haben vorhin davon gesprochen, dass im Grunde das Gymnasium wie es heute ist ne Art Gesamtschule für Teile der Bevölkerung

00:34:58: ist.

00:34:59: Ist das vielleicht der realistische Weg?

00:35:02: Wie sich unser Schulsystem entwickeln wird?

00:35:04: Dass das Gymnasium immer mehr sich entwickelt zu einer Gesamtschule durch die Bildungsaspiration, dass in Grunde der Anteil der Gymnasieisten immer weiter steigen wird Und im Grunde, dass nachher zu der Gesamtschule wird die ausgerechnet das Gymnasium nie sein wollte.

00:35:24: Also sagen wir die Vertreter des Gymnasiums haben wir versucht immer zu verhindern, dass wir eine andere Struktur bekommen und am Ende wäre der Treppenwitz, dass Wir zu einem eingliederigen System kommen wo das Gymnasiom als einziges übrig ist und Opfer seiner selbst wird.

00:35:40: in dem Sinne

00:35:42: Na ja, gut.

00:35:42: Das versuchen Bundesländer wie Bayern jetzt auch Baden-Württemberg und Sachsen eben nicht so zu machen sondern die versuchen über die Selektion ins Gymnasium das zu deckeln, wie das ja auch die Schweiz.

00:35:56: Die Problematik dabei ist, dass es häufig eben eine sozioeconomische Selektion ist.

00:36:03: Wir können ja sehen das sich schon die Nachhilfeinstitute in Baden-Württemberg schon warm gelaufen haben und schon die ersten Kompass vier Vorbereitungsangebote auf dem Markt sind, die man einkaufen kann.

00:36:14: Hier ein Kollege aus der kommunalen Bildungsverwaltung hat mir gesagt, man kann bis zu acht hundert Euro schon ausgeben als Familie um die Kinder auf Kompass IV vorzubereiten.

00:36:24: Ich sehe auch das in meinem Bekanntenkreis gerade an der Uni.

00:36:28: auch Kolleginnen sind, die ihre Kinder systematisch auf Kompass IV coachen weil ganz klar ist In ihrer sozialen Schicht kann es nur das Gymnasium sein eine andere Schulart kommt gar nicht infrage.

00:36:40: Und dann stellt sich eben schon die Frage nach der sozialen Mobilität in der Gesellschaft.

00:36:46: Ich glaube, wenn wir das Versprechen der Soziale Mobilität aufgeben, dann geben wir auch den Glauben an die Demokratie auf weil der Glaube an die demokratie hat sehr viel damit zu tun dass jeder Mensch durch seine eigenen Ambition und nicht durch die socioökonomische Herkunft der eigenen Eltern seinen Schicksal in die eigene Hand nehmen kann.

00:37:09: Und da kommt diese Entscheidung bei den neunjährigen einfach zu früh aus meiner Sicht.

00:37:14: Da können wir uns ja auch eben anschauen, wie sich Systeme weltweit verändert haben um mehr soziale Mobilität zu ermöglichen.

00:37:22: Auch da wieder es ist interessanter mittlerweile nach Asien zu schauen als nach Nordamerika.

00:37:28: das ist ganz spannend weil gerade in Asien hat man doch durchaus da Ambitionen, was die Entkopplung auch von soziokonomischer Herkunft und Zukunft angeht.

00:37:42: Natürlich auch weil man mit sozialer Mobilität den wirtschaftlichen Aufstieg ganzer Nationen verknüpft.

00:37:50: Und so ist ja auch der Wirtschaftsaufstieg der Bundesrepublik Deutschland letztlich erfolgt, wenn man sich die... ...Ninzenhundertfünfziger bis neunzehnhundertsebziger Jahre anschaut, dann ist ja die Bildungsexpansion auch gleichzeitig ein Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen und aus meiner Sicht muss sie das wieder werden.

00:38:12: Herr Wacker vielleicht noch mal zurück zur neuen Sekundarschule.

00:38:17: Und ich könnte es ja persönlich verstehen, wenn da jetzt bei denjenigen, die in der AG mitgearbeitet haben so ein gewisser Frust da wäre angesichts der Resonanz aus der Koalition.

00:38:29: Was wäre denn aktuell für Sie?

00:38:33: In fünf Jahren sage ich mal einen realistischer Erfolg erste Pilotschulen eine Debatte, die anders geführt wird weniger in diesen Begriffen wie wir sie gerade hatten Gesetzgebungsprozess.

00:38:47: Was ist überhaupt zum jetzigen Zeitpunkt eine aus Ihrer Sicht noch realistische Hoffnung nach dem?

00:38:53: Ich hoffe, ich trete ihn nicht zu nahe.

00:38:55: So ein paar hoffnungen auch enttäuscht worden sind durch die neue Regierung, auf wenn Frost-Livker sich an den positiven Seiten festgehalten hat was zb die frühkindliche Bildung angeht.

00:39:06: also was ist realistisch?

00:39:09: Zunächst wäre einmal ein großer Erfolg Diskussion und die Debatte ein bisschen anhält.

00:39:15: Und wir uns um die Zukunft des Bildungswesens noch mal neu auch Gedanken machen, es ist da viel vergrustert.

00:39:20: für mich ist auch eine große Schwierigkeit dass in diesem System der Lobbyismus ganz besonders mit eingreift und die Lobbyverbände die manche Schularten haben und andere nicht sehr viele Trommeln aber nicht die Gesamtarchitektur des Bildungsystems im Blick haben.

00:39:37: Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir in der Diskussion ein Stück weiter kommen.

00:39:42: Wenn jetzt die Geburten starken Jahrgänge in den Ruhestand gehen?

00:39:45: Das ist – so hat es mal eine Zeit rumgeschrieben – etwa die Einwohnerzahl von Berlin-, Hamburg- und München zusammen, die in den Rohestand geht und wir dann um die nachwachsende Generation uns nochmal Sorgen machen, um ihre Bildung kümmern und dazu vielleicht anderen Konzepten kommen.

00:40:02: Und die neue Sekundarschule ist vielleicht auch hier noch einmal mit diesen Problemen umzugehen und versuchen adäquate Bildungsstrukturen zu finden.

00:40:12: Und ich könnte mir auch vorstellen, dass man ein bisschen abrückt von dem Klein-Glein und der sehr provinziellen Regulierung die wir oft haben von sehr verkrusteten Strukturen, die beim Beamtenrecht noch einmal sind in der Lehrerbildung, sind sehr, sehr verkustete Strukture ansässig und das wird da vielleicht ein Stück... weiterkommen.

00:40:31: Und ich sehe es vielleicht als ein Erfolg, wenn die Politik dann zu mutigen Reformen auch noch kommt.

00:40:37: Es wird gar nicht anders gehen.

00:40:39: wir haben eine kleinere nachwachsende Generation, die den Wohlstand und fast nicht mehr als erwähnt dieses Land auch aufrecht erhalten soll, der viele Positionen offenstehen, die wir vermutlich gar nicht mehr alle besetzen können.

00:40:51: Umso mehr wissen wir uns um diese Bildung der nachwachsenden Generation kümmern.

00:40:56: Und deshalb sehe ich die Diskussion nach wie vor offen und auch nicht so, dass wir jetzt da nicht so angekommen sind, sondern ich sehe das als ein großes Zukunftsthema besser geben

00:41:07: wird.".

00:41:08: Ohne den Optimismus brechen zu wollen, Frau Stliffger hat trotzdem gefragt – fünf Jahre nach vorne!

00:41:13: Wann würden Sie sagen ist die Initiative oder das Konzept gescheitert wenn was nicht passiert?

00:41:19: Was muss passieren damit es nicht scheitert?

00:41:26: Strukturen bekommen, in denen wir anfangen mehr miteinander zu sprechen über Schule.

00:41:31: Also ich teile die Einschätzung von Herrn Wacker das alle ein bisschen Angst davor haben und dass auch der Grund ist warum Man so mantraartig vor sich herträgt, dass es keine Schulstrukturdebatte geben wird.

00:41:45: Das habe ich die letzten Wochen so oft gehört und gelesen, dass ich schon denke, das ist eine unterkomplexe Antwort.

00:41:53: Also man muss das Ding die Schulstrukturedebatte nennen und man muss auch nicht die Diskussion um die Schul- strukturen in den Vordergrund rücken.

00:42:00: Man muss die Frage nach was sagt uns der internationale Forschungsstand nach wirksamer Schulorganisationen.

00:42:10: Die müssen wir diskutieren und dann kommt sozusagen auch irgendwann die Frage nach den Schulstrukturen spätestens, wenn wir sagen müssen dass ein Teil dieser Schulen viel zu klein sind um das umzusetzen was man heute unter guter Schule versteht auch wirklich empirisch wissenschaftlich abgesichert unter guterschule versteht dass alle jetzt Angst haben, wieder eine Schulstrukturdebatte zu führen.

00:42:35: Das kann ich nachvollziehen und ich kann auch nachvollziehend was Herr Wacker sagt nämlich diese unglaubliche Fragmentierung der Lehrer-Profession.

00:42:42: das macht mir große Sorgen weil ich denke es ist ein Grund warum wir da sind wo wir sind weil die Lehrkräfte nicht mit einer Stimme sprechen.

00:42:51: also in Schulsystemen in denen die Lehrkrafte profession geschlossen mit einer stimme spricht hat Bildung einen viel höheren Stellenwert auch hörbar ist.

00:43:02: Bei uns ist es ja so, dass die wirklich klein sind.

00:43:06: diese Lehrerverbände Auch wenn sie sich deutscher Lehrerverband und so weiter nennen Wenn man sich die Mitgliedszahlen anschaut das sind ganz kleine Lobbyorganisationen Und die stehen sich gegenseitig im Weg anstelle gemeinsam für gute zukunftsorientierte Bildung und für gute Arbeitsbedingungen Für den LehrerInnenberuf zu kämpfen was eigentlich aus meiner Sicht ihre Haupt Rolle und Aufgabe in dieser Gesellschaft wäre.

00:43:33: Stattdessen, stattdessen bekämpfen Sie sich gegenseitig?

00:43:37: Ich finde die Situation absurd mittlerweile.

00:43:40: In dem Zusammenhang gerne den Hinweis ich habe von der Weile auch einen Podcast gehabt mit der Vorsitzenden des Philologenverbandes.

00:43:47: da haben wir auch über diese Verbände Frage gesprochen und auch über die Frage was eigentlich Lobbyarbeit bedeutet oder bedeuten sollte und was nicht.

00:43:57: Frau Sivker Herr Wacker ganz herzlichen Dank.

00:44:00: zum Schluss Jeder Folge von Viada wundert sich, habe ich immer eine Frage die ich allen stelle und die könnte man sagen ist jetzt bei Ihnen ganz einfach wenn ich Sie frage.

00:44:10: Wenn sie einen Wunsch frei hätten an die Bildungspolitik in Baden-Württemberg oder darüber hinaus dann sagen Sie wahrscheinlich neue Sekundarschule einführen.

00:44:19: aber ich stelle Ihnen trotzdem die Frage und vielleicht kommen Sie ja mit einer anderen Antwort.

00:44:24: Herr Wacker wollen Sie anfangen?

00:44:27: Gerne!

00:44:29: Also für mich ist eine zentrale Frage, dass wir es seit PISA nicht geschafft haben trotz unterschiedlichster und vielfältigster Ansatzpunkte diesen Zusammenhang von soziokonomischem Status Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg aufzubrechen.

00:44:43: Und das ist nicht die Antwort der Neue Sekundarschule sondern das wird – und wir haben das heute auch in der Diskussion oftmals erwähnt -, dass wir mutig in die Zukunft blicken aber da die Gesamtarchitektur von der Politik des Bildungssystems in den Blick genommen einzelne Teile.

00:44:59: Wir haben gerade das auch mit den Lobbyverbänden nochmal angesprochen, für mich ist es ein Hinterungsgrund aber auch die föderale Organisation der Bildung.

00:45:07: wir müssten heute viel mehr in der Bildungsplanung auf der Bundesebene natürlich aber auch im europäischen Raum und andere Länder hineinzunehmen wie Frau Asliff-Kardes immer wieder erwähnt hat.

00:45:17: Wir sind hierzu provinziell organisiert und meinen Wunsch wäre, dass man weitblickt in die Zukunft Strukturen, die uns da so behindern gehen lässt und fesseln anlegen lässt.

00:45:32: Das wäre mein Wunsch aber hauptsächlich dass wir immer wieder diesen Zusammenhang von socioökonomischem Status Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg auch in der Kultuspolitik in den Blick nehmen weil das sind alle Maßnahmen eigentlich recht gescheitert.

00:45:48: Ich glaube, ich habe es schon deutlich gemacht.

00:45:51: Ich wünsche mir vor allem dass wir jetzt wirklich das schaffen sehr intelligent miteinander zu sprechen über die Bildung der Zukunft, dass wir auch Formen und Strukturen und Prozesslogiken finden in denen solche Gespräche ganz ruhig und sachlich möglich sind.

00:46:09: Wir befinden uns in einer geostrategisch sich stark verändernden Weltlage in einer technologischen Umbruchssituation durch die künstliche Intelligenz.

00:46:21: das heißt es geht wirklich darum zusammen zu halten als Land zusammenzustehen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

00:46:30: Wieder das Gemeinsame zu suchen und eine gemeinsame Zukunft auch über dieses Sprechen miteinander zu schaffen.

00:46:37: und diese gemeinsame zukunft wird auch implizieren dass sich Dinge verändern müssen und dass wir nicht alles so weitermachen können wie bisher.

00:46:44: und da wünsche ich mir von Politikerinnen und Politikern die entsprechende Weitsicht und den entsprechenden Mut und nicht diese Angst vor diesen Gesprächen.

00:46:54: Ich glaube, die Gespräche müssen sein.

00:46:57: Da führt überhaupt kein Weg dran vorbei.

00:46:59: Wenn man die jetzt nochmal fünf Jahre auf die lange Bank schiebt dann gilt irgendwann das Prinzip wer zu spät kommt im bestraftes Leben.

00:47:06: mich meine als studierte Historikerin.

00:47:08: es ist eines der Fächer die ich studiert habe konnten wir das immer wieder sehen.

00:47:12: man kann Entwicklungen nicht künstlich aufhalten.

00:47:15: Man muss diese Gespräche jetzt führen.

00:47:19: Das war Ja, da wundert sich mit Anis Liffga und Albrecht Wacker über die neue Sekundarschule in Baden-Württemberg.

00:47:26: Und über die größere Frage ob unsere Schulstrukturen noch zu den Aufgaben passend die Schule heute erfüllen muss?

00:47:34: Ganz herzlichen Dank Ihnen beiden für dieses Gespräch!

00:47:38: Sehr gerne Herr Viader.

00:47:41: Wenn Ihnen, die Sie zugehört haben das Format gefallen hat sagen sie es mir gerne in der Kommentarspalte.

00:47:46: auch wenn Ihnen was nicht gefallen hat freue ich mich über Hinweise Kritik Widerspruch Ergänzungen zum Gehörten.

00:47:52: Ich freu mich auch über Ideen und Anregung Und Übervorschläge für Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner Die Sie gern einmal bei viata wundert sich hören würden.

00:48:01: bis dahin sage ich machen Sie's gut auf Wiederhören.

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