Wiarda wundert sich_26_DigitalSchoolStory

Shownotes

DIE DEBATTE über Jugendliche und Social Media klingt oft, als gebe es nur zwei Lager: verbieten oder laufen lassen. Elliot Belmadani, Abiturient aus Bremen, findet genau das falsch. Natürlich gebe es Gefahren, sagt er im Gespräch mit Jan-Martin Wiarda. "Aber wir brauchen auch trotzdem Befähigung, ein reines Verbot bringt es nicht."

Belmadani ist bildungspolitisch engagiert, unter anderem in der Bundesschülerkonferenz, in der Kampagne "Uns geht’s gut?" zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen und in der Gesamtschülervertretung Bremen. In der öffentlichen Auseinandersetzung, sagt er, werde zwar inzwischen mehr mit Jugendlichen gesprochen als früher. Nur folge daraus oft wenig. Jugendliche dürften ihre Meinung sagen – "und aus dieser Meinung resultiert nichts".

Genau darum geht es in dieser Folge von "Wiarda wundert sich": um die Frage, wie eine Debatte über Social Media, Schutz, Regulierung und Eigenverantwortung aussehen muss, wenn Jugendliche darin nicht nur Gegenstand, sondern Gesprächspartner sind. Neben Belmadani sitzt Nina Mülhens mit in der Runde, Mitgründerin des gemeinnützigen Bildungs-Start-ups DigitalSchoolStory. Erwachsene hätten selbst nicht gelernt, souverän mit Social Media umzugehen, sagt sie. Die eigene Unsicherheit werde dann schnell auf Jugendliche übertragen. "Angst ist ein Verstärker von Unsicherheit."

Belmadani beschreibt eine Position, in der sich viele Jugendliche wiederfinden dürften: Ja, Social Media berge Risiken. Nein, ein pauschales Verbot sei keine überzeugende Antwort. Entscheidend sei ein fairer, differenzierter Diskurs über Vor- und Nachteile, Schutzbedarfe und Freiheitsräume. Natürlich brauche es Schutz und Altersgrenzen, sagt auch Mülhens. Aber ein Verbot allein löse das Problem nicht. Auch dann könnten Jugendliche über weitergereichte Geräte oder fremde Logins Zugang bekommen. Und im schlimmsten Fall gingen sie gerade nicht mehr zu ihren Eltern, wenn ihnen online etwas Belastendes widerfahre, weil sie wüssten: Eigentlich durften sie dort gar nicht sein.

Was Befähigung konkret heißen kann, zeigt das 2020 gegründete DigitalSchoolStory. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13 übersetzen dabei Unterrichtsinhalte in kurze Videos im Stil sozialer Medien wie TikTok oder Instagram. Die Methode wird an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen eingesetzt und wurde vom Fraunhofer-Institut FIT wissenschaftlich evaluiert. Finanziert wird DigitalSchoolStory aus Schulbudgets, über Fördervereine, Stiftungen, Unternehmen und Ministerien. Bis Ende 2025 hat das Projekt bundesweit rund 16.500 Schülerinnen und Schüler erreicht, an rund 140 Schulen ist DigitalSchoolStory nach Angaben von Mülhens bereits präsent. Das reichlich ehrgeizige Ziel bis 2030: eine Million Schülerinnen und Schüler.

Belmadani hat DigitalSchoolStory selbst als Neuntklässler durchlaufen. Sein Thema damals: quadratische Ergänzungen. Klingt erst einmal wenig social-media-tauglich. Doch seine Gruppe machte daraus ein Kurzvideo über einen Speerwurf, die Parabelform der Flugbahn und die Frage, wo der Scheitelpunkt liegt. Entscheidend sei nicht nur das Video am Ende gewesen, sagt Belmadani, sondern der Weg dorthin: diskutieren, visualisieren, streiten, verstehen. "Wenn man über was diskutiert, dann braucht man einfach ein tieferes Verständnis, als wenn man es einfach nur aufnimmt."

Für Belmadani folgt daraus ein doppelter Ansatz: Plattformen stärker regulieren – und Jugendliche befähigen. Der Digital Services Act der EU müsse konsequent durchgesetzt werden, sagt er. Zugleich dürfe man nicht so tun, als verschwinde das Problem, wenn Jugendliche nur lange genug ferngehalten würden. "Dann sind das die Menschen, die später in die Gesellschaft rausgehen und dann auf einmal mit dieser ganzen Welt konfrontiert sind."

Für seine Abiturvorbereitung habe er viel mit digitalen Lernvideos gearbeitet, erzählt Belmadani, besonders mit längeren Erklärformaten. Soziale Medien könnten Bildung niedrigschwelliger, jugendlicher und zielgruppengerechter zugänglich machen.

Für Mülhens ist Schule deshalb ein möglicher Ort, an dem Jugendliche nicht nur Regeln lernen, sondern Verantwortung übernehmen. Nicht, indem Lehrkräfte sich zurückziehen, sondern indem sie stärker begleiten. Bei DigitalSchoolStory entstehe am Ende zwar ein digitales Produkt. Der eigentliche Kern aber sei analog: miteinander arbeiten, argumentieren, aushalten, dass andere eine andere Idee haben.

Belmadani bringt bei DigitalSchoolStory inzwischen ehrenamtlich die Praxisstimme aus Schülerperspektive ein und ist Co-Host des Projekt-Podcasts "Lunchbox". Besonders interessiert ihn, wie Gruppenarbeit so gestaltet werden kann, dass Diskussionsfähigkeit, Aushalten anderer Meinungen und demokratische Kompetenzen stärker eingeübt werden.

Ein Podcast über Social Media, Schule und die Frage, warum Jugendliche in der Auseinandersetzung mehr sein müssen als Schutzobjekte – und warum sie mehr brauchen als Verbote: nämlich Räume, in denen sie lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Viada wundert sich.

00:00:19: Ein Fragensteller, ein Gast, ein aktuelles Thema!

00:00:22: Der Fragensteller das bin ich ja Martin Viader Journalist für Bildung und Wissenschaft und Gäste habe ich diesmal sogar zwei.

00:00:28: die stelle ich Ihnen gleich vor Jugendliche in digitalen Räumen, die Debatte um ein Social-Media-Verbot und die eigentlich wichtige dahinter liegende Frage nach dem richtigen Maß von Schutz, Regulierung und Eigenverantwortung.

00:00:44: Und diese Frage diskutiere ich jetzt mit Nina Mühlens und Elliot Bemaldani.

00:00:49: Herzlich willkommen ihr beiden!

00:00:51: Vielen Dank für die Einladungen!

00:00:53: Herzlichen Dank!

00:00:55: Nina Müllens, du bist Kommunikationsstrategien, Organisationsentwicklerin, Unternehmerin und vor allem Co-Foundering, Geschäftsführerin von Digital School Story.

00:01:06: Einer Initiative die versucht dieses Miteinander von Schutz, Regulierung Eigenverantwortung irgendwie neu zu definieren.

00:01:15: Und Elliot Belmadani Du bist Schüler in einem Gymnasium in Bremen Bist aber auch sehr engagiert Bildungspolitisch in der Bundeschülerkonferenz zum Beispiel In der Kampagne uns geht's gut zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen und auch Vorstandsmitglied der Gesamtschülerinnen-Vertretung in Bremen.

00:01:30: Und ganz wichtig, kennst dich auch gut aus mit Digital School Story.

00:01:36: Janina, lass uns doch damit erst mal anfangen.

00:01:37: wenn du jemandem Digital School story so mir zum Beispiel in zwei drei Sätzen erklären würdest was würdest du dann sagen?

00:01:47: Dass wir junge Menschen als Gestalterin mitentwickeln, also sprich Schüler und Schülerinnen ihre klassischen Schulinhalte in kurze Video-Formate übersetzen.

00:02:00: Und das in Geschichtenformen!

00:02:04: Wir befehlen Lehrkräfte dazu die Methode, die wir entwickelt haben selbstständig anzuwenden und damit tatsächlich das Lernen beiderseits anzustoßen gemeinsam nämlich dass Lehrkräfte und Schüler und Schülerin ein anderes miteinander... kriegen und tatsächlich auch dieses Thema Eigenverantwortung in der Schule auch ganz groß wird.

00:02:25: Das heißt, ihr seid eigentlich in Schulen die ganze Zeit unterwegs?

00:02:28: Ihr seid im Gespräch mit Lehrkräften?

00:02:30: Ihr seit dem Gespräch Mit SchülerInnen also viel auf Achse oder ist das alles mehr so digital?

00:02:36: Genau, tatsächlich digital.

00:02:38: Sonst könnten wir das wahrscheinlich gar nicht abbilden was wir alles tun.

00:02:42: und es geht wirklich darum dass nicht Wir diejenigen sind Die in der Schule aktiv sind sondern eben im Hintergrund wirken und unterstützen Und die Lehrkräfte damit natürlich Safe Space kriegen, den man ja sozusagen sonst in der Schule gar nicht so richtig hat um da zu lernen auszuprobieren und gleichzeitig auch jemanden zu haben mit dem man als Bank Partner Dinge spiegeln kann die man selber erlebt.

00:03:04: ganz neu wenn man neue Methoden anwende die man vorher vielleicht noch gar nicht gekannt

00:03:09: hat.

00:03:10: Und wie kommt so der Kontakt zu den Schulen zustande?

00:03:13: Müsst ihr die erst überzeugen oder läuft das umgekehrt dass sie sich an euch wenden?

00:03:18: wir hören die auch von euch

00:03:20: Genau, also wir haben das große Glück dass wir von Lehrer und Lehrerin weiter empfohlen werden.

00:03:26: Und so tatsächlich sehr intensiv zu nächsten Schulen kommen.

00:03:30: Das stärkt uns natürlich an dem wichtigsten Punkt nämlich Reputationen und Vertrauen zu haben.

00:03:36: Ansonsten machen wir scheinbar so neugierig, dass auch Lehrkräfte bei uns in den Infoabend kommen damit dabei sind und danach sich angucken wie können wir es umsetzen?

00:03:46: Da gibt's eben ganz unterschiedliche Möglichkeiten.

00:03:49: Dann machen wir diese unterschiedlichen Möglichkeiten erstmal praktisch, nämlich du bist ja wie gesagt viel engagiert als Schüler.

00:03:58: Du kennst aber eben auch Digital School Story.

00:04:01: hast du das kennengelernt und was hast du da so gemacht?

00:04:06: Das Spannende ist ja tatsächlich dass ich das Programm selber durchlaufen habe in der neunten Klasse zum Thema quadratische Ergänzungen.

00:04:13: Und eben durch meine Vernetzung und mit meiner Arbeit hab' ich seit einem halben Jahr lang LinkedIn und so habe ich tatsächlich Nina kennengelernen Und habe gemetscht oder gesehen ist das total gut.

00:04:21: Gemetscht hat in total vielen Werten oder Dingen, die wir von Schule fordern.

00:04:25: bei der Hauptknackpunkt meiner Position ist ja immer wieder wie wollen Schülern befähigen?

00:04:29: Wir wollen dass Schüler selbst bürgsam sind und wir wollen das Bildung wieder Zukunftskompetenzen fördert.

00:04:34: und genau da setzt es gut an und deswegen hat das natürlich super gut gepasst, dass ich jetzt hier auch unterstütze.

00:04:41: Sag mal ich hab das nicht bekommen.

00:04:42: welches Thema hast du da gehabt in der neuen Klasse im Projekt.

00:04:45: was war das?

00:04:46: Quadratische Ergänzungen

00:04:49: Was ist denn das?

00:04:51: Es geht im Prinzip um Parabeln und wie man Parabelen von der Scheitelpunktform in die Normalform umwandelt und zurück.

00:04:59: Okay, das habe ich jetzt verstanden.

00:05:00: Das habe ich noch nicht verstanden.

00:05:01: oder was habt ihr da in diesem Projekt dann konkret gemacht?

00:05:05: Genau also im Prinzip.

00:05:05: es ist wie Nina's gesagt hat wir haben mehrere Phasen und wir haben mit einer Gruppenarbeit uns jeweils unter Themen zum Thema Parablen ausgesucht und jeder hat dann praktisch ein Kurzvideo mit Storytelling.

00:05:19: bei uns war es dann so, dass wir das über ein Sperrwurf.

00:05:21: dargestellt haben.

00:05:22: Also ein Schwerwurf ist ja parabelförmig und dann haben wir da gestellt, wenn ich den so werfe, ist die Parabel eher gestreckt?

00:05:28: Wenn nicht, ist der Parabel nicht gestrecked.

00:05:31: Woher ist denn der Scheitelpunkt der Parabel?

00:05:33: Das ist immer der Hochpunkt, also das ist der höchste Punkt des Schweres und haben dadurch praktisch spielerisch uns überlegt was ist die beste Art und Weise das darzustellen, was sie hier eigentlich in Mathematik machen und was es irgendwie der Gedanke, der alles trägt.

00:05:46: Und das ist auch ganz schön gewesen weil man macht das an Gruppen Und alle Viertelgruppenmitglieder hatten natürlich eine eigene Antwort darauf, was ist denn jetzt die beste Art und Weise das zu visualisieren?

00:05:55: Und dadurch dass man so viele unterschiedliche Perspektiven hat, kommt man noch in das Gespräch diskutiert darüber.

00:06:00: Und begreift das Thema viel tiefer als wenn man es irgendwie von vorne in den Monologfarmitteln bekommen würde, weil man eben selber diskutieren muss.

00:06:07: Wenn man über etwas diskutiert dann braucht man einfach ein tieferes Verständnis.

00:06:11: also wenn man's einfach nur aufnimmt.

00:06:19: Online-Projekt kann die Lehrkraft sich dann da zurücklehnen, hat sie sich dann der Mathelehrerin schön hingesetzt und gesagt ich trink mal einen Kaffee.

00:06:28: Ich würde da gerne einmal kurz reinspringen.

00:06:30: Es ist tatsächlich kein Online-Projekt, sondern es ist ein Projekt das tatsächlich ganz real in der Klasse stattfindet im regulären Schulunterricht und damit natürlich analog alle Fähigkeiten und Kompetenzen fördert die man braucht.

00:06:43: heute wenn man im Miteinander am Tisch sitzt und am Ende kommt nun digitales Produkt raus und dass ist sozusagen durch die Hintertür dann genau das was draußen eben auch geschaut wird und man erkennt über diesen langen Prozess ja tatsächlich auch dass da doch ganz schön viel hinterher geskriptet ist, wenn man sich draußen so ein Video anguckt.

00:07:05: Weil so'n Video sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln lässt wie man das so denkt oder Elliot?

00:07:10: Absolut.

00:07:12: und vielleicht zu der Rolle der Lehrkraft.

00:07:15: Ich finde zurücklehnen ist so negativ konnotiert.

00:07:18: aber ja die Lehrkraft gibt natürlich Verantwortung an die Schülerinnen und Schüler ab Und ich persönlich bin der Meinung, dass das pädagogisch total sinnvoll ist.

00:07:26: Weil die Schülern danach wirklich das Gefühl haben, oh wir haben Eigenverantwortlich was gemacht.

00:07:30: Natürlich ist die Lehrkraft da natürlich hat die Lehrkräft aufsichtslicht.

00:07:33: Natürlich is die Lehr Kraft ansprechbar sobald irgendwelche Probleme sind.

00:07:37: aber es ist natürlich auch noch total wichtig Erfahrung für Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal eigen verantwortliche lernen zu können.

00:07:43: Vielleicht letzte Frage dazu Nina bevor wir uns dann ein bisschen allgemeiner über die Debatte im Augenblick unterhalten Macht sie das als Sozialunternehmen?

00:07:52: Wie finanziert ihr euch?

00:07:54: Genau, also wir sind gemeinnützig und ist sehr bewusst auch die Entscheidung getroffen.

00:08:00: zivilgesellschaftlich damit einen ganz wichtigen Beitrag leisten.

00:08:03: Nämlich wenn wir uns draußen das angucken, dann haben wir ganz starke Probleme miteinander wieder mehr ins Gespräch zu kommen und auch nicht mehr nur schwarz-weiß zu sehen sondern dass es vielleicht auch grau und Schattierungen und auch Bund gibt und wie wichtig doch unterschiedliche Perspektiven sind.

00:08:19: und genau das ermöglichen wir.

00:08:20: Und ich glaube ist es wichtiger denn je in der Zeit eben auch Haltung mehr einzunehmen und einnehmen zu können und finanzieren, tun wir die indem wir über größere Stiftungen auch Möglichkeiten kriegen, Schulen das kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

00:08:40: Tatsächlich sind wir aber auch häufig über Fördervereine der Schulen finanziert oder teilweise auch aus dem Ministerien heraus für bestimmte Projekte und lokal ansässige Unternehmen fördern das auch denn auf.

00:08:52: die haben ja einen ganz klaren Vorteil davon.

00:08:56: wenn Jugendliche die Kompetenzen sozusagen stärker haben die heute auch gefordert werden können wir auch so ein bisschen die Debatte auflösen, Jugendliche können nix und taugen nichts was wir draußen irgendwie haben sondern nein ganz im Gegenteil.

00:09:11: Die sind ganz fit, die erkennen plötzlich Dinge wie agile Methoden in den Betrieben wieder wenn sie da hingehen und sie sind zusätzlich in der Lage eben auch digital die Kommunikation mit voranzubringen.

00:09:22: und das wird wichtiger denn je wenn wir uns angucken welche Räume wir da haben.

00:09:26: Und was ich total Total spannend fand ist tatsächlich sowohl die Lehrkräfte melden uns zurück.

00:09:33: Oh, das hätten wir ja gar nicht erwartet dass unsere Schülern das so hinkriegen.

00:09:36: also wir sind jedes mal total überrascht aber auch die Schüleren sind total über das sie sich selbst irgendwie übertroffen haben und am Anfang ist man natürlich unsicher wenn man auf einmal solche Verantwortung tragen muss und trotzdem schaffen es jedes Jahr alle Gruppen da ihr Endprodukt zu haben einen sinnvollen Prozess zu haben Und das ist eine total wertvolle Erfahrung, sowohl für die Lehrkräfte zu zeigen.

00:09:55: Okay ich muss nicht immer die Verantwortung von vorne in meinem Monolog halten sondern ich kann den Schülern auch was zutrauen und dass sie ja gerade auch in total vielen Brennpunktschulen wo wir sind weil wohl Lehrkräften ja prinzipiell schon noch mal skeptischer sind als vielleicht auf anderen Schulen.

00:10:11: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:10:13: Jan darf ich nochmal ganz kurz eingehen?

00:10:15: Ja natürlich!

00:10:16: Bei dem Punkt den du gerade gesagt hattest wie machen wir es langfristig?

00:10:20: also wir wollen sozusagen auch gar nicht dauerhaft in der Schule sein.

00:10:23: Das ist auch ein entscheidendes Momentum sondern wir befähigen ja am Ende Lehrkräfte das tun zu können im dreistufigen Prozess bis hin in die Entwicklung.

00:10:32: wo implementiert man das in der schule?

00:10:34: damit dass eben auch langfristige alle Schüler und Schülerin tatsächlich nutzen können auch aus ihrem regulären Schulbudget zahlen.

00:10:43: Also das ist sozusagen die große Zielsetzung, Implementierung und langfristiges Etablieren in der

00:10:49: Schule.".

00:10:50: Und eine langfristige Zielsetzung.

00:10:53: Elliot hat es auch gesagt diese gegenseitige Ertüchtigung und auch dieses Gefühl bei den Schülerinnen und Schülern wir kriegen das hin und die Lehrkräfte die auch sagen ja sie können das wirklich.

00:11:02: Elliot das würde mich interessieren.

00:11:03: in der gegenwärtigen Debatte die wir haben in der Öffentlichkeit über Social Media Verbote Da heißt es dann oft, naja, es wird viel über Jugendliche geredet und nicht so viel mit Jugendlichen.

00:11:17: Stimmt das noch oder hast du das Gefühl dass ihr euch ermählich ein bisschen stärker in die Debatte einbringen könnt?

00:11:23: Ich würde schon sagen, dass sie mittlerweile stärker an die debate einbringen können.

00:11:28: Das läuft aber meistens darauf hinaus, dass wir irgendwo sind in unserer Meinung sagen und aus dieser Meinung resultiert nichts.

00:11:34: Und der nächste Punkt ist ja diese öffentliche Debatte wirkt total einseitig.

00:11:39: also wir haben die einen die sagen A Wir müssen uns verbieten die Gefahren wir sagen B Wir müssen es nicht verbieten Und wir befinden uns irgendwie zähl in der Mitte und sagen ja natürlich hat das Gefahren, aber es hat auch die und den Vorteil.

00:11:49: Und so müssen wir damit umgehen?

00:11:51: Das fand ich dann hier ganz schön in der Bestandsaufnahme.

00:11:53: Die hat im Prinzip mir aus der Seele gesprochen.

00:11:56: Du meinst jetzt

00:11:56: die Bestandsausnahme der Kommission, die gerade sich beschäftigt mit dem Frage wie man mit Social Media, mit Jugendlichen der digitalen Welt umgeht.

00:12:06: Thema Verbot Ja Nein.

00:12:07: Medienbildung also die von Frau Prin eingesetzte Kommission Entschuldigung

00:12:12: Genau, über die spreche ich.

00:12:14: Und ich fand es einfach ganz schön weil sie haben im Prinzip genau das gesagt was wir auch die ganze Zeit sagen Die Welt ist komplexer natürlich bürgtes gefahren aber wir brauchen auch trotzdem befähigungen.

00:12:23: ein reines verbot bringt nicht und Das fand ich einfach schön war es zum ersten mal wirklich eine sehr starke und differenzierte Position die nicht so polarisiert verboten kein verbot ist Und da haben sich glaube ich viele Jugendliche auch wieder drin gefunden.

00:12:37: Was wäre denn deine position?

00:12:39: auf der einen seite sehen wir ja tatsächlich.

00:12:42: also ich mein Du arbeitest ja mit unter anderem oder bist engagiert in der Kampagne.

00:12:46: Uns geht es gut, Frage zeichende Bundeschülerkonferenz da geht's ja um mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

00:12:52: wir sehen dass wir da auch ein Problem haben.

00:12:54: Wir sehen auch das es Sucht gibt übrigens bei Erwachsenen nicht weniger wenn es um digitale Formate geht.

00:13:04: Gleichzeitig wollen wir die Jugendlichen irgendwie auch nicht entmündigen.

00:13:09: also was ist der richtige Weg?

00:13:13: Das ist zwei Wege.

00:13:14: Zum einen, natürlich müssen wir die Plattform in vielen Fällen weiter regulieren also der Digital Service Akt von der EU, der sollte zum Beispiel mal endlich durchgesetzt werden an einigen Stellen.

00:13:24: Wir brauchen eine Plattform Regulierung sonst kommen wir nicht drum herum.

00:13:28: aber wir müssen auch weiterhin schaffen Jugendliche zu befähigen.

00:13:31: Und da ist es ganz normal, dass man auch Fehler macht.

00:13:34: Denn am Ende des Tages sind es verbieten und Jugendliche nicht befähigen!

00:13:37: Dann sind das die Menschen, die später in die Gesellschaft rausgehen... ...und dann auf einmal mit dieser ganzen Welt konfrontiert sind.

00:13:43: Das klingt jetzt so hart aber wenn ich ein bisschen auf meinen Social-Media gucke oder auf mein Linkin... ...dann sind das immer Erwachsene, die negativ kommentieren bei uns.

00:13:50: Es sind nie Jugendliche, die irgendwelche Beleidigungen da in die Kommentare schreiben Sondern es sind wirklich immer Erwachsener Und deswegen ist das ja nicht nur irgendwie ein Problem mit Jugendlichen.

00:13:59: Natürlich kann man jetzt fragmentieren, okay, jugendliche verdienen besonderen Schutz.

00:14:04: Aber es sind Erwachsenen.

00:14:05: Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und dementsprechend müssen wir es befähigen, wenn wir zukünftig auch das gesamt- gesellschaftliche Problem anfangen oder anfassen wollen.

00:14:14: Nina, sind vielleicht die Erwachsenden?

00:14:16: Die Eltern?

00:14:18: Vielleicht auch die Lehrkräfte?

00:14:19: Das viel größere Problem?

00:14:23: Ich glaube teilweise schon, weil wir selber ja auch nicht gelernt haben damit umzugehen und wir natürlich durch das was wir im Moment erleben sehr viel Angst getriggert ist.

00:14:35: Und Angst ist ein Verstärker von Unsicherheit und wenn wir mit etwas nicht wirklich zurechtkommen oder nicht wissen wie was funktioniert oder Dinge auch falsch eingeschätzt haben nämlich unser eigenes unseren eigenen Umgang auch mit Social Media Dann übertragen wir das eben ganz schnell auf junge Menschen.

00:14:53: Natürlich wollen wir nicht, dass unseren Kindern irgendwas passiert und es ist natürlich auch ein Argument was ganz schnell greift, was ganz schnelle Emotionen bindet weil man natürlich nicht möchte, dass dem eigenen Kind sowas widerfährt.

00:15:08: Und das heißt doch nicht, dass man Jugendliche schon ganz früh also auch mit sechs oder acht in diese Netzwerke gehen lassen sollte.

00:15:15: So natürlich braucht es Regeln und natürlich braucht's einen Alter ab dem man sowas macht.

00:15:20: Wenn wir uns angucken was die Plattformen selber sagen dann steht da treizehn.

00:15:27: Das scheint gar keiner zu registrieren, dass tatsächlich auch die Platformen unabhängig davon, dass sie tatsächlich auch toxisch mit den Algorithmen etc.

00:15:35: sind bereits da sagen, es braucht ein gewisses Alter um erst damit in Berührung zu kommen.

00:15:42: und dann legt's an uns Eltern tatsächlich auch zu sagen Warum gebe ich denn im achtjährigen Kind mein Telefon?

00:15:49: Das zwar vielleicht beaufsichtig neben mir sitzt, aber ich eigentlich gar nicht mitkrieg was sozusagen in dem Feed gerade geschaut wird oder mit mitgenommen wird.

00:15:58: und da liegt eben ein Stück weit die Verantwortung.

00:16:00: Und die Verantwortung die Eltern haben, die löst auch tatsächlich unser Verbot nicht sondern am Ende kann der Jugendliche nach wie vor reingehen wenn das Telefon weiter gereicht wird oder man über den Lock-in geht und im extremen Fall umschifft man das alles und geht dann gar nicht, wenn irgendwas passiert.

00:16:19: zu den Eltern.

00:16:19: Weil ich weiß ja, ich darf es gar nicht!

00:16:22: Und dann ist sozusagen dieser Sprung... zu sagen, mir ist da was widerfahren.

00:16:28: Was mich total belastet der ist noch mal größer als er sowieso schon ist wenn man sich schämt dass einem selber so etwas passiert ist oder man da vielleicht eine Falle getappt ist und wenn wir uns auch angucken wie die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist.

00:16:45: auch da gibt es ja häufig Themen.

00:16:46: wir sind immer belasteter teilweise ganz schnell genervt.

00:16:51: Und dann gibt es natürlich auch einen Zuspruch da draußen, nämlich da ist jemand der vielleicht zuhört.

00:16:57: und aus dem Grund ist es eben auch so wichtig dass die Kompetenzen gestärkt werden von Jugendlichen, nämlich nicht blind zu glauben, nicht blind vertrauen Dinge kritisch zur hinterfragen auch mal zu überlegen.

00:17:08: kann das überhaupt passieren?

00:17:09: So macht es Sinn was wir da draußen sehen und dann eben auch über Räume mit den Mitschülerinnen gehen ermöglichen, nämlich den Raum miteinander ins Gespräch zu kommen.

00:17:22: Wenn die Infirer bis Sechser Gruppen zusammenarbeiten dann ist das tatsächlich auch Thema!

00:17:27: Das wird nicht außen vor gelassen sondern auf einmal stellt man fest ach krass da es plötzlich in dieser Pilgruppe mit der ich arbeite und vertrauen da was vorher noch gar nicht da war.

00:17:36: und dann kann ich direkt mal sagen wenn ich mir das Video angucke das spricht mich so und so an und warum eigentlich?

00:17:42: Und das sind ja Themen die sonst kaum bis gar nicht stattfinden in Schule hört so ein Projekt auch nicht auf in der Schule, sondern es geht mit.

00:17:51: Es wird darüber erzählt was da für Projekte stattfinden und ich glaube ihr selbst du bist dann durch die Gegend gefahren worden weil ihr euch mittags zum Dreh getroffen habt.

00:18:00: und da sieht man eben wir treffen ganz viele Zielgruppen zusammen Wir bringen sie auch damit in den Dialog und ins Gespräch Und ich glaube tatsächlich dass das die einzige Möglichkeit ist am Ende In diese intrinsische Motivation auch zu kommen nämlich selber das Telefon zur Seite zu legen.

00:18:18: Aber ich nehme mal mit, dass am Ende es wichtig ist, mit den Jugendlichen zu arbeiten, dass aber wir wahrscheinlich noch viel mehr Angebote brauchen um mit den Eltern zu arbeiten auch mit den Lehrkräften zu arbeiten.

00:18:31: Nina du sagst, das ist alles auch Teil des Projekts, aber ich glaube, wir brauchen da wahrscheinlich noch einen stärkeren Fokus auf den Eltern.

00:18:41: die müssen sie natürlich auch wollen, die müssen es auch erzählen.

00:18:44: einfach von dir Wie ist das bei dir gewesen, gerade in der neunten Klasse vielleicht auch?

00:18:49: Welche Klasse bist du jetzt?

00:18:51: Ich bin jetzt in den zwölften.

00:18:52: Ich habe gestern meine letzte Abiturprüfung geschrieben tatsächlich.

00:18:56: Ah, herzlichen Glückwunsch!

00:18:57: Vielen lieben Dank.

00:18:59: Also als du damals aber in der neuen Klasse warst hast du erst mal kurz dabei bleiben.

00:19:02: wie war da deine Social Media Nutzung so?

00:19:04: wie war dein da dein digitale Nutzungs?

00:19:07: Hast sie die als problematisch damals erlebt oder würdest du im Rückblick gucken und sagen die war problematische oder alles gut?

00:19:16: Das ist eine gute Frage.

00:19:16: Tatsächlich hatte ich mein Handy relativ spät, ich habe meinen ersten Handy mit fünfzehn bekommen und mein erstes Social Media wie im YouTube mit sechzehn.

00:19:27: Das heißt ja Leute in Klasse warst du da eigentlich noch relativ frei von fast?

00:19:32: relativ frei von.

00:19:33: Das Problem ist, wenn man spät anfängt dann hat man natürlich einen unfassbaren Gruppenzwang weil alle anderen sind ja auf diesem Plattform und immer so ein bisschen diese four of missing out, weil man kann sich nicht mit den Leuten vernetzen.

00:19:43: die reden dann natürlich darüber oh du hast das gemacht und ich habe natürlich keine Ahnung was sie gemacht haben.

00:19:47: Ich würde aber auch schon sagen dass ich damit wirklich in den Ausdrucken mit meinen Eltern bekommen bin und auch mit dem anderen Eltern mit Eltern oder generell.

00:19:57: Erwachsene ist ja so ein bisschen, wir haben kein Erziehungsauftrag für Eltern und Erwachszene.

00:20:00: Wir sind ja eigenverantwortlich und für Schülerinnen und Schüler schon.

00:20:03: Weshalb es dann natürlich auch total schwierig ist die Zielgruppe Eltern zu erreichen.

00:20:06: aber gerade da ist dieses Format ja unfassbar wichtig weil das ja so so ein großes Projekt ist dass man nicht darum herumkommt mit seinen Eltern drüberzureden.

00:20:15: also sei es die Einverständniserklärung dass man irgendwie diesen Videos sein kann sei es dass man irgendwo hingefahren möchte um da irgendwie zu drehen oder sowas Und ich persönlich hatte total viele spannende Gespräche mit meinen Eltern.

00:20:27: Wir hatten auch Gespräche, die ich will sie nicht digital verweigern nennen Das ist aber ganz lustig, niemand.

00:20:34: Ich war auf einer Veranstaltung und da wurden vor Digitalverweigerungen gesprochen.

00:20:38: Und wir hatten auch viele Eltern in der Klasse.

00:20:39: die waren eher medienkritisch Aber auch die waren total offen und haben auch total viel dazu gelernt und am Ende zugestimmt.

00:20:46: Wir finden das Projekt schön ihr solltet das machen Und es war einfach total schön mal auch so mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen weil sehr selten passiert also selten Haben wir wirklich ein offenes Gespräch Auf Augenhöhe mit anderen Erwachsenden über Themen als junge Menschen gerade in der neuen klasse.

00:21:02: Da muss man ja auch sagen, da hast du es ja eigentlich ziemlich gut gehabt mit deinen Eltern die da irgendwie aufgepasst haben an der Stelle.

00:21:08: Die dich vielleicht nicht zu früh losgelassen haben auf Smartphones, auf Social Media.

00:21:15: oder würdest du im Rückblick sagen Stichwort Fear of Missing Out?

00:21:19: Stichworte die anderen sind alle schon dabei.

00:21:22: das ist vielleicht doch besser wäre wenn man die Jugendlichen ein bisschen früher dran führt.

00:21:28: also Ich persönlich bin da auch gespalten tatsächlich für Jugendliches total hart.

00:21:35: Da als einziger einziger irgendwie der Außenseiter zu sagen sozusagen, weil das schafft ja irgendwie diese Konzepte von einer Ingroup und eine Out-Group.

00:21:43: Das ist natürlich für Jugendliche total schwierig.

00:21:45: Das heißt man bräuchte eigentlich einen gewaltschaftlichen Ansatz oder ein Gesamt pädagogischen Ansatz für alle Schülern und Schüler.

00:21:51: ich würde aber schon sagen Das ist ja auch unfassbar.

00:21:55: davon abhängt, wie man soziale Medien verwendet.

00:21:57: Also ich kann auf sozialen Medien sein und ich kann TikToks gucken oder ich kann Katzenvideos gucken.

00:22:02: Ich kann aber auch auf sozialem Medien sein mit drei Stunden lang AfD Clips angucken also was... Also ich will das nicht so banal wie mit einem Messer vergleichen.

00:22:11: Im Messer kann man irgendwie wehtun, aber man kann sich auch ein Butterbrot schmieren und dasselbe mit sozialen Medien.

00:22:16: Es hängt immer davon ab wie man es am Ende verwendete Und deswegen finde ich auch dieses pauschale Verbot einfach nicht sinnvoll.

00:22:22: natürlich auch irgendwie altersgerecht, je nachdem in welchem Alter man es ist muss man's halt anders verwenden und deswegen würde ich sagen das wäre total okay um auch jüngere als jetzt irgendwie sechzehn an soziale Medien heranzuführen.

00:22:34: Solange es halt im kontrollierten Rahmen ist.

00:22:36: Solang es in einem kontrolliertem Rahmen ist gleichzeitig auch die Eltern irgendwie befähigt werden zu verstehen was da passiert haben wir gerade darüber gesprochen Nina dass es an der Stelle eine große Lücke gibt ... damit sie auch ihre Kinder begleiten können.

00:22:52: bei dir.

00:22:53: Elit hat das ja ganz gut geklappt, du hast gesagt... ...du machst jetzt gerade, du hattest Abi letzte Prüfung hinter dir,... ...hast du in der Zeit des Lernens deine Social Media Nutzung zurückgefahren?

00:23:03: Oder war das so dass es dir vielleicht sogar geholfen hat weil du dann dich gut vernetzen konntest schnell mal Fragen klären konnte.

00:23:10: Kann ja auch sein, dass das einen positiven Effekt hat aus Lernen.

00:23:15: Tatsächlich ist es total spannend, dass du das ansprichst!

00:23:18: Ich habe total viel mit Social Media gelernt, tatsächlich.

00:23:21: Nicht nur kurz vor dem Video, da geht das relativ schnell weg aber gerade so lang vorm Videos wo man auch den Zugang zu dieser Bildung einfach hat ohne dass man noch mal eine Lehrkraft hat war für mich total sinnvoll.

00:23:34: Es gibt ja auch den Lehrer Schmidt.

00:23:36: der hat sogar ein deutsches Verdienstkreuz für seine Matheerklär videos bekommen und ich finde es immer so schön wenn man in die Kommentare von solchen Education Influencern sozusagen guckt, dann sind da immer wieder total viele Schüler total dankbar und sagen wie schön dass sie das erklärt haben.

00:23:51: Vielen vielen lieben Dank, dass es besser als man Matheleire das jemals erklärt hat.

00:23:55: Und deswegen würde ich schon sein, dass soziale Medien auch ein total wichtiger Schritt dazu sind Bildung wider niedrigschwellig und jugendlich und zielgruppengerecht zugänglich zu machen.

00:24:05: Nina an wievielen Schulen wart ihr eigentlich schon mit Digital School Story?

00:24:11: Ich glaube, wir haben jetzt hundertvierzig

00:24:13: Schulen

00:24:14: an denen wir sind.

00:24:15: Wir zählen tatsächlich nicht die Schule als solches sondern wir nehmen die Klassen, die sozusagen in der Umsetzung sind und wir hatten bis letztes Jahr Ende Dezember sechzeinhalb Tausend Schülerinnen die mit unserer Methode gelernt haben und haben jetzt sozusagen das große Ziel, bis zwanzig dreißig eine Million Schülerinnen zu kriegen.

00:24:43: Wie wollte er das hinbekommen?

00:24:44: Das ist ja eine wahnsinnige Steigerung in kurzer Zeit.

00:24:48: Setzt man sich einfach mal ambitionierte überambitionierte Ziele oder sind das realistische Ziele?

00:24:55: Ich glaube schon, es sind realistische Ziele weil wir eben auch mitgeguckt haben.

00:25:00: Wo haben wir unsere Bottlenecks und wir sehr stark daran gearbeitet haben?

00:25:05: Wir sind sozusagen eines der Impact Social Impact Unicorns und werden auch ganz stark unterstützt über die Social Impact Republic und auch aus der Produx School bei der Unternehmertum um wirklich genau diese Dinge auch mit voranbringen zu können.

00:25:22: Und wir sind sozusagen dann in der Lage, unsere Methode ausrollen zu können und damit wirklich auch das Thema, wie kriegt man systemische Medienkompetenz in Schule?

00:25:37: Auch tatsächlich stattfinden zu lassen.

00:25:38: Und ich glaube es ist so eines der Themenfelder die wir haben hier in Deutschland.

00:25:45: Wir fordern immer, wir brauchen neue Innovationen!

00:25:48: Wir sollen immer was neu machen, wir sollen noch etwas besser machen.

00:25:51: Ich glaube tatsächlich dass es gar nicht darum geht Neue Innovationen immer zu schaffen sondern wir auch mal drauf gucken müssen Wie Lern wirksam sind Dinge und Instrumente, die wir haben.

00:26:00: Und wollen wir die da nicht so zu sagen, die genau das erfüllen auch stärker in die Breite und in die Fläche bringen um dann ja, evaluieren zu können.

00:26:11: Wie setzt das an?

00:26:14: Funktioniert es tatsächlich?

00:26:15: wo müssen wir nachsteuern um das eben auch dann wirksam tun zu können?

00:26:20: und das heißt es müsste viel eher auch bei vielen Dingen mehr um Nachhaltigkeit gehen.

00:26:26: was ist da was wirkt wie?

00:26:28: und bisher wird wenig auf Wirkung geguckt bis er wird wenig Auf dass geguckt wo's wirklich Möglichkeiten gibt auch Dinge mit richtig groß in die Fläche zu bringen.

00:26:40: funktioniert es gut bei Schüler und Schülerin, die vielleicht in Gesamtschulen sind.

00:26:43: Funktioniert das auch wirklich dann in den Gymnasien, denn das was wir festgestellt haben ist ja dass wird tatsächlich in allen Schulformen wirken und durch diesen Ansatz dass sie Jugendlichen mit dem Thema arbeiten was in dem Curriculum drin steht sind wir natürlich auch einsatzfähig in jedem Bundesland, weil quasi der Inhalt ja von der Schule auch mit vorgegeben wird und damit auch das was der Lehrer sowieso durchnehmen sollte.

00:27:09: Mit uns nur eine andere Form erfolgt und damit am Ende sogar auch Hürden abgebaut werden, auch sprachlicher Natur nämlich wenn Schülerinnen für andere Videos machen und damit einen Einstieg erleichtern kann man natürlich auch ganz stark ein anderes Interesse wecken.

00:27:28: Welt in die Schule, wie kriege ich Motivation und Spaß in der Schule beim Lernen?

00:27:33: Das ist sozusagen die Grundlage um darauf hin aufbauen zu können.

00:27:37: Und genauso sehen wir uns nämlich als Grundlage für systemische Medienkompetenz, als Grundlager für unterschiedliche Methoden in Schule anwenden zu können, um darauf aufzubauen und dann auch sich weiterzuentwickeln.

00:27:53: Du hast selber in der neunten Klasse das Projekt gemacht und übergesprochen.

00:27:57: Erzähl mal kurz, was du seitdem gemacht hast im Projekt.

00:28:01: oder sagen wir mal Digital School Story?

00:28:02: Was du seit dem wie du dich engagiert hast und was dir jetzt machen willst nach Mabi?

00:28:08: Genau also ich bin tatsächlich nicht so lange dabei.

00:28:16: Ich bin ja erst seit ungefähr Anfang dieses Jahren dabei.

00:28:19: Ich habe tatsächlich relativ viel auf verschiedene Anstellungen gesprochen, natürlich gewinnt man nicht mehr Authentizität und mehr gute Einblicke als von einer Person die selber gemacht hat.

00:28:29: Weil Nina kann da natürlich stehen und kann erzählen wie gut sie das findet und wie gut andere Menschen ihr berichtet haben.

00:28:34: es erzählt aber ist natürlich was ganz anderes wenn man das Programm selber gemacht hatte wobei Ninas und meine Ansichten über das Programm tatsächlich relativ deckungsgleich sind Und was man hier so ein bisschen sein wird und warum ich reingekommen bin, sind Demokratiekompetenzen noch ein bisschen stärker zu verankern.

00:28:50: Also wie können wir den Gruppenarbeitsprozess gestalten oder vielleicht auch didaktisieren?

00:28:55: Dass wir eben mehr Diskussionsfähigkeiten, mehr Gruppenkompetenz, mehr Aushalten von anderen Meinungen und sowas damit integrieren können.

00:29:02: Das ist natürlich auch eine Zukunftskompetent, die total wichtig für unsere Gesellschaft ist.

00:29:07: Nach meinem Abitur werde ich wahrscheinlich allgemeine Rhetorik studieren.

00:29:10: Ich lasse es ein bisschen depth werden!

00:29:13: Das klingt spannend, da könnten wir jetzt noch mal einen ganzen Podcast zu machen.

00:29:17: Aber Stichwort Allgemeine Rhetorik.

00:29:20: Er jetzt sagt doch

00:29:21: mal

00:29:23: was denn für dich eigentlich wenn du jetzt der der Kommission der Expertenkommission sagen könntest?

00:29:28: Was am Ende in deren Empfehlung steht?

00:29:30: Was genau sollte da drin stehen?

00:29:34: Ich glaube dass da nichts genau drinstehen sollte.

00:29:37: Ich glaube, wir müssen aufhören die ganze Zeit einfach nur Einsätze als Antworten zu suchen und anfangen die Realität in ihrer gesamten Komplexität zu betrachten.

00:29:47: Und deswegen habe ich keine Meinung dazu was da genau drinstehen soll sondern es soll in einem fairen Diskurs entstehen weil Demokratie lebt ja praktisch davon dass wir unterschiedliche Perspektiven haben uns gemeinsam der Wahrheiten erinnern.

00:29:59: Und ob es jetzt ein Verbot ist oder nicht, ich persönlich halte einen Verbot nicht für sinnvoll.

00:30:03: Aber dann lass uns doch darüber ins Gespräch kommen!

00:30:05: Also warum sehen denn andere Personen dieses Verbot für so wichtig?

00:30:08: Was sind deren Argumente?

00:30:09: Welche Argumenten überwiegen?

00:30:11: und genau deshalb glaube ich das einfach eine faire Bewertung von allen Seiten also eine multiperspektivische Bewertungen Das ist was ich persönlich von dieser Expertenkommission erwarte weil das ist ja auch der Anspruch den Wissenschaft haben sollte.

00:30:25: Na ja, du bist im Gespräch mit einem der eher einen Papu befuhrwortet weil ich selber Vater bin und bei meinem knapp vierzehnjährigen Sohn sehe wie schwer es uns fällt als Eltern da oft einzugreifen.

00:30:40: Und zu erklären und auch zu bremsen Weil natürlich dann immer kommt ja die anderen machen und übrigens ich muss mir das anschauen, dass die anderen reden da drüber.

00:30:52: Es geht die ganze Zeit also geht wahnsinnig viel um dieses Thema und wir als Eltern würden uns manchmal wünschen einfach sagen zu können du wir brauchen gar nicht lange darüber diskutieren der Staat hat es verboten.

00:31:04: Ende der Diskussion.

00:31:05: Also ich sage dir mal so wenn du Kinder hast so einfach ist das manchmal dass du irgendwann nicht mehr kannst?

00:31:14: Das ist klar.

00:31:16: Ich finde aber einen Argument von Überlastung oder ein Argument, weil es einen selber vielleicht überfordert und man deshalb möchte, dass es jemand anderes regelt, das ist kein inhaltliches Argument.

00:31:26: Das spricht sich ja weder inhaltlich dafür als dagegen aus sondern einfach, dass man sich selber damit nicht so viel befassen möchte.

00:31:32: Und das ist ja im Prinzip genau den Anspruch, den ich eben nicht an die Kommission habe der Anspruch an die Urteil und kein gesinnungsbasiertes Urteil, weil das jetzt irgendwie besonders schwierig und dass besonders leicht für uns ist.

00:31:46: Nina wie siehst du das?

00:31:47: Was würdest du dir von der Expertenkommission wünschen?

00:31:52: Also ich stimme dem tatsächlich zu, weil ich glaube auch es gibt keine einfache Antwort auf dieses große Thema Und mich musste sehr stark schmunzeln, weil ja auch ich habe die Diskussion schon zu Hause nicht jetzt um Social Media aber natürlich auch um Spielen und mein Sohn ist neun.

00:32:15: Und natürlich sagt man manchmal euch würde es gerne ausstellen Aber das ist ja kein Argument dass wir Eltern nicht in der Lage sind mit unseren Kindern ausführlicher darüber zu sprechen selbst wenn's anstrengend ist sondern dann was vorschieben Was uns sozusagen ein Riegelvorschrieb damit nicht mehr reden zu müssen.

00:32:32: Und das würde ich total bedauern, weil das kann es ja nicht sein dass wenn wir Kinder erziehen, dass sie kritisch Dinge hinterfragen sollen.

00:32:41: Dass Sie ins Gespräch gehen sollen, dass Sie Fragen stellen sollen auch dazu und wir das dann einfach abtun indem man sagt Ja der Staat hat es jetzt geregelt und der Staat hatte es jetzt verboten und deswegen findet das Thema nicht statt Unterbinden wir eigentlich genau die Kompetenz, die wir wollen.

00:32:59: Die sie haten, die sie lernen und anwenden.

00:33:03: Und ich glaube das ist tatsächlich dieses Thema mit wie hat sich Erziehung auch ein Stück weit gewandelt?

00:33:07: Also das war vielleicht noch zu meiner Zeit als Eltern also... Meine Eltern haben zwischendurch schon auch gesagt, Rui jetzt gibt es nicht Ende der Diskussion und dann war da tatsächlich auch ein Ende.

00:33:17: Da hat man gar nicht groß nachgedacht, da weiter reinzugehen ins Gespräch.

00:33:21: Das ist glaube ich heute anders.

00:33:23: aber das liegt daran weil wir vielleicht auch als Eltern oder ich zumindest auch versuche ein paar Dinge anders zu machen als ich's gelernt habe oder erlebt hab Und bei der Kommission selber.

00:33:35: Ich wünsche mir dass die Kommission Dinge an die Hand gibt, die da sind.

00:33:43: Aber auch sagt das sieht es hier oder da muss man nochmal genauer hingucken.

00:33:48: also wirklich so ein bisschen differenziert diese einzelnen Punkte die da alle mit reinspielen abzuwägen und dann eben auch zu sagen wo sind denn auch die größten Hebel der Veränderung?

00:34:01: Und ich finde, das konnte man jetzt schon sehr deutlich aus der Bestandsaufnahme sozusagen so ein bisschen rauslesen.

00:34:10: Dass das Verbot alleine nicht das Allheilmittel tatsächlich ist und das bedeutet ja nicht dass wir nicht Altersgrenzen auch sozusagen haben für die Netzwerke.

00:34:21: Ich bin da ja auch total untergerissen.

00:34:23: also auf der einen Seite glaube ich wir sollten nicht die Hilflosigkeit der Eltern unterschätzen und deren Wunsch und auch deren Drang danach auch Unterstützung zu haben.

00:34:33: Aber natürlich, die kann man so oder so geben, Hina du hast es gesagt in Projekten wie euren müssen dann eben die Eltern eine Rolle spielen.

00:34:43: Es muss ein Raum da drin sein wir müssen auch da mehr Unterstützungsstrukturen haben.

00:34:48: Und das andere ist natürlich tatsächlich Wir werden Mix brauchen.

00:34:51: also es ist wirklich am Ende werden wir würde auch ein Verbot nichts bringen wenn man das in den Raum stellt und dann passiert auch nichts, sondern es geht darum dass man einen Mix braucht.

00:35:03: Und darum, Eliottürs hat am Anfang gesagt ist das ja auch mit der Komplexität.

00:35:08: die Bestandsaufnahme der Expertenkommission beschreibt nichts Negatives Sondern es ist eher gut zu sagen, es greifen viele Dinge einander und macht's euch nicht so einfach.

00:35:18: machen wir uns nicht zu einfach.

00:35:21: Ich würde gerne am ende.

00:35:22: wir sind am ende des podcast und ich würde euch gerne noch mal eine frage stellen.

00:35:27: Die greift fast ein bisschen ineinander zu dem was wir gerade gesagt haben.

00:35:30: dich immer all meinen gästen am endestelle.

00:35:32: ihr habt jetzt jeweils einen wunsch an die bildungspolitik.

00:35:35: frei irgendetwas eliet, irgendwas nina was sie euch was ihr immer schon haben wollte was die bildungspolitik nie geliefert hat was ihr euch jetzt Freihaus gibt, was sie macht wenn ihr es euch gewünscht habt.

00:35:48: Also ihr könnt euch alles wünschen ist ein Wunsch Elliot!

00:35:50: Was würdest du dir wünschen von der Bildungspolitik?

00:35:54: Ich glaube wieder anzufangen ganz grundlegend Schülern und Schüler als Dreh- und Angelpunkt von Bildung zu betrachten.

00:36:04: Und nur wenn Schülerinnen und Schüler damit etwas anfangen können und es sich wirklich erreicht kann Bildung wirklich einen guten Weg einschlagen.

00:36:12: Bildung ist nie ein Selbstzweck, das System Schule ist nie selbstzweckt.

00:36:15: es muss einen Schülernfokus haben und genau deswegen brauchen wir auch den Austausch mit Schüleren und Schülernen weil sonst stecken wir viel Arbeit rein aber es geht total am Ziel vorbei.

00:36:25: Deswegen wenn ich immer eine Sache wünschen könnte dann geht in den Ausschuss mit Schulern und Schulernen und wertschätzt ihre Meinung.

00:36:31: Vielen Dank und Nina dein Wunsch!

00:36:35: Tatsächlich das Thema Vertrauen und Verantwortung sozusagen mit reinzugeben in die Jugendlichen.

00:36:44: denn das wirkt tatsächlich wirklich große Wunder, wenn man feststellt dass sie Dinge auf einmal auch selber mitentscheiden und mittragen dürfen.

00:36:54: Und eine Ramung aber auch gesetzt wird.

00:36:56: ich glaube es ist ganz wichtig, dass es nicht darum geht Lehrer bei Seite zu schieben sondern vielleicht einfach die Aufgabe ein Stück weit mit in die Begleitung zu sehen und damit auch einen anderen Dialog zwischen Schülern und Lehrkräften auch sehr möglichen Und die Politik sich tatsächlich eben auf die Aufgaben wieder ein Stück weit mehr konzentriert, die sie nämlich auch hat.

00:37:18: Nämlich auch das Thema Regulierung und tatsächlich auch Dinge, die da angesetzt sind wirklich wirkungsvoll durchzusetzen die verschiedenen Themenstellungen viel stärker wieder ineinander und gehen Hand in Hand.

00:37:35: Und wir sehen auch nicht mehr darin, dass quasi alles über die Politik gelöst werden muss.

00:37:40: Denn das ist gar nicht Aufgabe der Politik, jedes einzelne Problem von uns Eltern oder den Jugendlichen oder auch den Lehrkräften

00:37:47: mitzulösen.".

00:37:48: Das war eine Ja da wundert sich.

00:37:51: Folge mit Nina Mühlens und Elliot Belmadani.

00:37:53: ganz herzlichen Dank an euch beide!

00:37:56: Vielen

00:37:57: Dank!

00:37:59: Ja und wenn Ihnen das Format gefallen hat, dann sagen Sie es mir gerne in der Kommentarspalte.

00:38:06: Und auch wenn Ihnen was nicht gefallen hat freue ich mich über Hinweise!

00:38:09: Ich freue mich auch über Ideen- und Anregungen, Kommentare zu dem, was wir diskutiert haben.

00:38:16: und vor allem freue ich Mich auch über Vorschläge für Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner die sie gerne mal mit mir im Podcast hören sollen.

00:38:24: und bis dahin sage ich Machen Sie's gut.

00:38:26: auf Wiederhören bei Viada wundert sich.

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